Von Anfang an nicht wach gewesen
Calbenserinnen verlieren knapp
Von Tilman Treue
Calbe. Frank Falke, Trainer der Oberliga-Handballerinnen der TSG Calbe, nahm nach der 27:28 (14:16)-Niederlage gegen den SV Irxleben 1919 kein Blatt vor den Mund: „Wir sind in vielen Phasen heute nicht als Mannschaft aufgetreten“, ärgerte er sich und führte aus, „wir sehen nicht, was der Spieler neben uns macht, geben die Verantwortung an den ab, der den Ball hat, und gucken dann zu.“ Viel zu viele Angriffe liefen so ins Leere, zumal die aggressive 6-0-Abwehr der Gegnerinnen ohnehin kaum Lücken zuließ. „Rein von der Körperlichkeit her, waren wir klar unterlegen, das wussten wir aber vorher und haben uns einen entsprechenden Plan zurecht gelegt“, unterstrich der Trainer. An der Umsetzung allerdings haperte es.
Beide Teams gingen druckvoll in das Spiel, wobei Irxleben zunächst effektiver agierte, was daran lag, dass der Calbenser Rückzug nicht gut funktionierte und die Gäste eben auch bis zur letzten Konsequenz gingen. Besonders der Mittelblock der TSG hielt verheerend große Lücken bereit, die SVI-Kreisläuferin Christin Zunkel nur zu gern annahm (9:12, 21.). Mit viel Einsatz und guten Aktionen kämpften sich die Saalestädterinnen dann aber zurück und Michelle Feilhaber glich beim 13:13, 25. wieder aus. Für mehr reichte es in der Schlussphase der ersten Hälfte aber nicht mehr, da zu viele, teils klare Chancen liegen blieben.
Ziemlich Nervosität ging es für beide Teams nach der Pause weiter. Mit zwei gehaltenen Strafwürfen brachte Keeperin Josephin Hecker ihre TSG dann aber ins Spiel. Auf den Ausgleich (19:19, 40.) folgte eine 23:20 (45.)-Führung. „Ich verstehe einfach nicht, warum wir es wieder nicht schaffen uns von dieser guten Phase auch mal tragen zu lassen“, fasste Falke den anschließenden Einbruch in Worte, „wir könnten in ruhigem Fahrwasser weitermachen, holen den Gegner aber durch einfache Fehler wieder zurück.“ Und gerade das wurmte ihn nach dem Spiel spürbar: „Es ist ja nicht so, dass Irxleben auf einmal wieder stärker geworden wäre, sondern wir haben aufgehört weiterzumachen.“ Gleich drei Treffer kassierten die Saalestädterinnen in Unterzahl und mit dem Ausgleich schwand auch das gerade erst gewonnene Selbstvertrauen. Wieder lief die TSG einem Rückstand hinterher und schlitterte in eine Schlussphase, die symptomatisch für das ganze Spiel steht. Stolze 65 Sekunden blieb dem Team in Ballbesitz Zeit, aus dem 27:28 einen Ausgleich zu machen. Einen Weg durch die kompakte Abwehr fand es aber nicht.
„Wir waren von Anfang an nicht wach“, resümierte das Calbenser Trainerteam und ergänzte, „vor allem waren es immer wieder die gleichen Dinge, die wir angesprochen haben und die einfach nicht angenommen wurden.“ Gegen Irxleben haben die TSG-Frauen die Chance auf zwei wichtige Punkte somit klar liegen gelassen und bleiben weiter auf Tabellenplatz 9.
TSG Calbe: Josephin Hecker – Svenja Eitze, Collien Enderling, Romy Engelmann, Merle Feilhaber, Michelle Feilhaber (6), Fritzi Herzig, Lilly Kauffmann (6/1), Alicia Reek (2/1), Lisa Schmidt (1), Greta Sroka (3), Kristin Sroka (6/2), Pauline Urban (3)
Siebenmeter: Calbe 5/4 – Irxleben 3/1
Zeitstrafen: Calbe 2 – Irxleben 2
Rote Karte: Alexandra Wolke (60., SV Irxleben 1919, ohne Bericht)
Dieser Artikel wurde am 03.November 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Frauen, Spielberichte abgelegt.








