21. Oktober 2026

In einen Rausch gespielt

Wegen des Oktoberfests kann die TSG Calbe nicht inm eigenen “Wohnzimmer” spielen und tut sich gegen Biederitz zunächst schwer. Warum am Ende dennoch der Achtelfinal-Einzug gelang.

Von Tobias Zschäpe

GLINDE. Heimspiel in einer fremden Halle, fünf Spieler, die verletzungs- und krankheitsbedingt oder aufgrund von Urlaub fehlten und ein Gegner, der nach einem makellosén Ligastart nur so vor Selbstvertrauen strotzte – die Vorzeichen vor dem Pokalspiel am vergangenen Sonnabend hätten für die Handballer der TSG Calbe sicherlich besser stehen können. Auf Grund der Oktoberfest-Feierlichkeiten in der Hegersporthalle mussten die Saalestädter in der zweiten Runde des HVSA-Pokals nach Glinde ausweichen. „Es ist doch was anderes, ein Heimspiel zu haben und nicht in seinem Wohnzimmer zu agieren. Aber das konnten wir dann glücklicher weise Mitte der zweiten Halbzeit vollends abschütteln und haben dann gemeinsam mit unseren Fans ein Feuerwerk abgebrannt“, blickte TSG-Trainer Enrico Lampe auf den Auftritt seiner Mannschaft gegen den SV Eiche 05 Biederitz zurück.

Zunächst taten sich die Gastgeber zwar schwer, lagen zwischenzeitlich mit sechs Toren gegen die deutlich breiter besetzten Gäste zurück, „aber am Ende macht es nicht die Masse, sondern die Klasse. Und die hatten wir auf unserer Seite“, fasste Lampe den 31:29- Erfolg seiner Mannschaft zusammen.

Ohne Felix Kralik, Paul Steffen (verletzt), Nils Rätzel, Tim Wiebe (krank) sowie Vincent Wuwer gingen die Calbenser zu zehnt in das Duell mit dem verlustpunktfreien Oberliga-Spitzenreiter. „Die sind natürlich mit einer breiten Brust angetreten, sind selbstbewusst und gut in das Spiel gestartet“, beobachtete Lampe. Gerade Enrico Daßler stellte die 6:0-Deckung der TSG immer wieder vor Probleme, so dass die Calbenser noch vor der Pause auf eine Manndeckung umstellten. Damit wurden die Hausherren in der Abwehr griffiger, Daßlers Kreise wurden eingeengt. Dennoch nahm Biederitz eine 17:13-Führung mit in die Kabinen.

Doch die verbesserte Defensivleistung wurde nach dem Seitenwechsel noch deutlicher. „Ausschlaggebend war am Ende unsere sehr gute Abwehr mit Ballgewinnen in Zusammenarbeit mit Leon (Dobertin, Anm. d. Red.). Wir schaffen es in der zweiten Halbzeit dann auch, den Ball schnell nach vorne zu tragen und einfache Tore zu machen. Wenn man es so nennen will, spielen wir uns in einen Rausch“, freute sich Lampe. „Wir haben uns mehr zugetraut, sind ins schnelle Spiel gegangen“, beobachtete er, wie mit fortlaufender Spielzeit das Vertrauen größer und die Körpersprache besser vurrde.

Die Ehlestädter ließen in dieser Phase ihre vorherige Leichtigkeit vermissen, rieben sich immer wieder an der TSG-Abwehr auf, obwohl diese fast 60 Minuten durchspielen musste. „Wir hatten ja auch gar nicht die Möglichkeiten, zu wechseln. Das tut weh und dann muss man auch Chapeau sagen. Ich bin sehr, sehr stolz auf die Leistung der Mannschaft“; betonte Lampe.

In der 49. Minute baute Lukas Paul Hesse die Führung für den SVE noch einmal auf drei Tore (22:25), bevor die Heimsieben den Spielstand endgültig drehte. Ein 10:2-Lauf brachte Calbe beim 30:27 (59.) auf die Siegerstraße und in das Achtelfinale des HVSA-Pokals. Die Führung hatte nämlich auch beim Abpfiff Bestand. „Wir haben Charakter gezeigt. Das Momentum musst du dir erarbeiten, das haben wir getan und wurden am Ende genau dafür auch belohnt. Von daher ziehe ich den Hut vor der gezeigten Leistung.“

TSG Calbe: Tim Mark (1), Niklas Zimnick (1), Lieven Rach (9), Julian Bartels, Christoph Borzucki (1), Nils Meyer (1), Martin Sowa (2), Maximilian Weiß (3), Leon Dobertin, Kevin Reiske (13/4)

Eiche Biederitz: Marvin Finley Wohl, Robin Urban (1), Jason Caruso Thielecke (5), Bennet Enrico Daßler (9/6), Christian Kinast, Lukas Paul Hesse (2), Maksymilian Beres, Moritz Luis Steinweg (5), Till Georg Schneider, Philip Justin Wohl (1), Joey Chandler Witte, Luca Exner (2), Sean Burgold (3), Felix Andreas Eix (1)

Siebenmeter: TSG 4/5 – SV Eiche 6/6

Zeitstrafen: TSG 6 – SV Eiche 3

 

Quelle Volksstimme 20.10.2026

Dieser Artikel wurde am 21.Oktober 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt.


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