Zweite Hälfte wie im Rausch
Die TSG Calbe gewinnt gegen TuS Radis mit 43:24
CALBE/TZS. Zur Halbzeit gab es noch den einen oder anderen Optimisten, der die Fahrt aus Radis bis nach Calbe mitgemacht hatte und noch an eine Wende im Handball Oberliga-Duell zwischen seiner TuS und der TSG hoffte. Vier Tore Vorsprung hatten sich die Gastgeber herausgeworfen. Doch eine extrem dominante Phase nach dem Wiederanpfiff ließ alle Hoffnungen im Keim ersticken. „Wir hatten einen 8:1-Lauf zum Start in die zweite Halbzeit. Das war dann der Grundstein zu unserem Erfolg“, erklärte Calbes Trainer Maximilian Weiß später, wie es zum letztlich deutlichen 43:24 (20:16)-Heimsieg seiner Mannschaft kam.
Gegen eine vom Altersgefüge her ähnliche Mannschaft hatten die Saalestädter von Beginn an vor allem in der Abwehr große Vorteile. Nur in den Anfangsminuten konnten die Gäste auf eine Überraschung hoffen, dann rannten sie sich immer wieder in der TSG-Deckung fest. „Wir stehen geduldig in der Abwehr, verteidigen clever auf den Halbpositionen und im Mittelblock, kriegen so vor der Pause in Anführungsstrichen nur 16 Gegentore“, beobachtete Weiß.
Gleichzeitig waren die Calbenser aber auch gallig auf den Ball und liefen, wenn sie diesen erobert hatten, immer wieder schnelle Konter, die letztlich vom Torerfolg gekrönt wurden. Daran hatte auch Leon Dobertin zwischen den Pfosten seinen Anteil, der ein „überragendes Spiel“ machte, wie sein Trainer einmal mehr lobte. Für seine Vorderleute hieß es unterdessen, Zähne zusammenzubeißen. Martin Sowa und Felix Kralik gingen angeschlagen in die Partie, Nils Rätzel war der einzige fitte Spieler im Deckungsverbund. „Aber das haben die drei trotzdem klasse gemacht und immer, wieder die Würfe geblockt“, holten auch sie sich ein Lob ab.
Offensiv lief es mit jeder gespielten Minute besser. Ob nun das goldene Händchen vom zwölffachen Torschützen Vincent Wuwer, Paul Steffen mit seinen „geilen Eins-gegen-eins-Situationen“ (weiß) oder Lucas Marschall mit seiner athletischen Spielweise, gegen die Radis kaum etwas entgegenzusetzen hatte: Sie alle hatten ihren Anteil am Calbenser Heimsieg. Ebenso wie Julian Ritscher, der sich auf Halbrechts mit einigen nennenswerten Aktionen hervortat. „Da hatte Radis schon extreme Schwierigkeiten, wie man auch an der schnellen Auszeit nach der Pause sieht. Da hat bei ihnen zeitweise gar nichts mehr zusammengepasst“, berichtete Weiß später.
Gerade dem Calbenser Tempo konnte Radis am Ende nichts mehr entgegensetzen. „Wir schlagen sie über unsere Schnelligkeit“, brachte es Weiß auf den Punkt. Dass es letztlich so deutlich wurde, gibt der Mannschaft zudem neues Selbstvertrauen für die noch kommenden Aufgaben. Drei Spiele warten noch in der Liga, TSG-Coach Weiß hofft allerdings auf noch vier Siege. „Wir können die nächsten Spiele weiterhin mit Selbstvertrauen angehen und im besten Fall viermal als Sieger von der Platte gehen. Das Pokalfinale zähle ich da bewusst mit rein“, betont er. „Wenn wir so weiterspielen, sieht es sehr, sehr gut aus.“
Calbe: Marschall (8/2), Gieraths (4), Rätzel (1), Ritscher (5), Steffen (10/1 ), Borzucki,
Wuwer (12), Wiederhold, Meyer (2), Sowa (1), Kralik, Dobertin
Siebenmeter: TSG 3/5 – Tus 0/4
Zeitstrafen: TSG 2 – TuS 6
Quelle Volksstimme 14.04.2026
Dieser Artikel wurde am 15.April 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt. (aktualisiert: 15.April 2026)










