12. Mai 2026

Stolz sein fällt noch schwer

Die TSG Calbe gewinnt bei der SG Kühnau ihr letztes Saisonspiel, verpasst die Silbermedaille aber knapp. Warum die nächsten Tage trotzdem auf Mallorca gefeiert wird.

Von Tobias Zschäpe

KÜHNAU/CALBE. Egal groß die Konzentration darauf war, das eigene Spiel zu gewinnen, mit der Zeit drang selbst zu den Spielern auf der Platte der Zwischenstand in Magdeburg durch. „Sobald es beim BSV-Spiel deutlich wurde, ging es bei uns mit der Anspannung ein bisschen runter“, gestand auch Maximilian Weiß, Trainer der Oberliga-Handballer der TSG Calbe. Das Spiel seiner Mannschaft bei der SG Kühnau würde damit noch einmal unnötig spannend, am Ende setzte sich allerdings die körperliche Überlegenheit seines Teams durch. Calbe gewann mit 32:30 (15:11).

Um das Fernduell mit Eintracht Gommern um die Silbermedaille für sich zu entscheiden, reichte das allerdings nicht, denn Meister BSV 93 Magdeburg verlor auch das zweite Duell mit seinen Verfolgern zum Saisonabschluss. Mit ihrem Sieg verteidigten die Gommeraner Rang zwei. „Wer da so deutlich gewinnt, hat es auch definitiv verdient, Zweiter zu werden“, gratulierte Weiß dem Konkurrenten fair.

Die eigenen Hausaufgaben machte Calbe bei der SG Kühnau über weite Strecken souverän. Vor der Pause hatten die Saalestädter die Partie im Griff, dominierten das Spielgeschehen und konnten sich zeitlich auf bis zu sechs Tore absetzen. Nach dem  Seitenwechsel gingen dann allerdings die Flüchtigkeitsfehler los. Kleinere Unkonzentriertheiten und Diskussionen mit den Schiedsrichtern sorgten dafür, dass die Gäste sich ein Stück weit selbst aus dem Konzept brachten.

Dabei war vor allem der Ärger über die Entscheidungen der Referees unnötig. Diese hatten zwar eine kleinliche Linie, was je neun Siebenmeter für beide Team deutlich zeigten, jedoch eine, „auf die man sich einstellen konnte“, so Weiß. Das gelang seinen Spielern allerdings erst in der Schlussphase der zweiten Hälfte. Vorher ging den Calbensern zusehends die Geduld verloren. „Wir verlieren so ein bisschen den Kopf im Angriff, spielen da nicht clever und werfen nicht gut“, berichtete er. Wobei letzteres sicherlich auch dem Spiel ohne Kleber geschuldet war.

Vielleicht lag es in den Schlussminuten auch am durchgesickerten Spielstand aus dem BSV-Spiel, dass die Calbenser die Schiedsrichterentscheidungen nicht mehr allzu verbissen sahen. Stattdessen waren es dann die Kühnauer, die vermehrt mit den Unparteiischen diskutierten und dafür Zeitstrafen absitzen mussten. Das spielte der TSG sichtlich in die Karten, die das Match nach einem zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand wieder an sich rissen.

Für Weiß war das Erfolgserlebnis ein letzter Höhepunkt der laufenden Saison. „Hut ab an die Jungs, die gemerkt haben: Jetzt müssen wir uns doch strecken, um den Auswärtssieg noch zu ziehen. Das war noch mal ein geiles Gefühl, so ein enges Ding in einem extrem heißen Kessel in Kühnau zu gewinnen“, zollte er seinen Spielern Respekt. Wir hatten auch wieder zahlreiche Fans mit, von daher war es nochmal ein gelungener Abschluss für alle.“

Die Schuld dafür, dass es letztlich nur zu Rang drei statt zwei reichte, wollte er am Ende bei niemand sonst, „außer uns selbst“, suchen. Das zeige schon die Tatsache, dass man für Silber Schützenhilfe gebraucht hätte. Allerdings nicht in den kommenden Tagen, denn die verbringt die Mannschaft gemeinsam auf Mallorca.

„Unterm Strich war es schon eine geile Saison. Und auch wenn es jetzt noch schwerfällt, können wir uns mit ein bisschen Abstand sicherlich gegenseitig auf die Schultern klopfen und stolz auf die Bronzemedaille sein. Und den Pokal kann uns sowieso keiner wegnehmen. Von daher denke ich, es geht definitiv schlimmer“, schmunzelt Calbes Trainer.

 

TSG Calbe: Dobertin, Wiederhold- Marschall (3), Gieraths (2), Rätzel (1), Mark (2), Ritscher, Steffen (5), Wuwer (4), Borzucki (4), Meyer (1), Sowa (2), Kralik (2), Reiske (6).

Quelle Volksstimme 11.05.2026

Dieser Artikel wurde am 12.Mai 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt.


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