20. Februar 2023

Wenn einmal alles gelingt

TSG Calbe feiert 30:29 (15:11)- Sieg im Spitzenspiel gegen Wittenberg

Im Spitzenspiel der Sachsen-Anhalt-Liga haben die Handballer der TSG Calbe am Sonnabend zwei „Big Points“ eingefahren. Gegen den Tabellenzwei­ten Grün-Weiß Witten­berg-Piesteritz gelang beim 3o:29-Erfolg fast al­les – und das obwohl ein Schlüsselspieler der TSG fehlte.

Von Maria Kurth Calbe • Maximilian Weiß war gerade einmal ein paar Minu­ten auf der Platte, als er signalisierte: Heute geht es einfach nicht. So ereilte die TSG bereits vor Anpfiff die erste Hiobs­botschaft. Aufgrund von Problemen mit der Achil­lessehne musste Weiß, der Zielspieler des TSG-Konterspiels und die personifizierte Torgarantie des Teams, vor Anpfiff passen. „Wir wollten dann auch kein Risiko eingehen“, so TSG- Coach Andreas Wiese.

Und so waren die Vorzei­chen gegen die individuell stark besetzte Grün-Weiß-Sieben aus dem Süden des Landes alles andere als gut, „aber am Sonnabend hat einfach jeder Spieler, der reinkam, fast alles richtig gemacht“, so Wiese. Und so wollte der Coach die starke Teamleistung seiner Sie­ben betonen, kam aber eben auch nicht drumherum, einen Spieler hervorzuheben: Mit satten 15 Treffern zeichnete sich Rückraumspieler Kevin Reiske für die Hälfte aller Tore verantwortlich. „Er hat ein­fach alles getroffen“, so Wiese.

Wie zu erwarten war, ge­staltete sich von Beginn an eine ausgeglichene Partie. Über die Stationen 7:7 (20.) und 11:11 (24.) wechselte die Füh­rung munter hin und her. Erst beim 15:12 konnten sich die Hausherren erstmals etwas absetzen. Jedoch hatten die Gäste mit dem ehemaligen Zweitliga-Spieler Tomas Pavlicek eben jenes Pendant von Reiske in ihren Reihen. Dank seiner Tore verkürzte Wittenberg zur Pau­se zum 13:15 und glich in der 43. Minute abermals zum 20:20 aus.

Entscheidend waren in der Schlussphase zwei Faktoren: Während die Gäste-Keeper kei­ne Hand an den Ball bekamen, glänzte Leon Dobertin mit wichtigen Paraden. Zudem blieb die Manndeckung gegen Reiske wirkungslos. Auch, weil Paul Steffen in der Mitte im­mer wieder Gegenspieler auf sich zog und somit Lücken ent­standen. Dennoch war beim Stand von 29:29 knapp 90 Se­kunden vor Ertönen der Schlusssirene noch alles offen. Steffen markierte abermals die 30:29-Führung und sorgte so­mit für den enorm wichtigen Sieg. Nachdem die Gastgeber wegen Zeitspiels abschließen mussten und verwarfen, zeigten die Gäste anschließend Nerven und verloren den Ball beim Kontern – die Entschei­dung. „Die Freude war und ist natürlich sehr groß“, so Wiese. „Solche Spiele können wir nicht jede Woche abliefern, das ist klar, aber wir wollen diese Medaille am Ende der Saison.“

TSG Calbe: Maximilian Lehmann, Leon Dobertin – Mathias Walther, Malte Gottschalk, Nils Rätzel, Vincent Daniel Wuwer, Paul Eric Steffen (6), Tony Maynicke (2), Marius Harig (2), Maximilian Weiß, Martin Sowa, Felix Kralik (2), Marc Stapf (2), Kevin Reiske (15/1)

Siebenmeter: Calbe 1/1 – Wittenberg 5/5

Zeitstrafen: Calbe 6 – Wittenberg 7

 

Quelle Volksstimme 20.02.2023

Dieser Artikel wurde am 20.Februar 2023 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt. (aktualisiert: 22.Februar 2023)


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