28. April 2026

Torwart-Bluff bringt den Sieg

Calbes Trainer Weiß pokert im Topspiel- und wird belohnt.

CALBE/TZS. Am 26. Mai startet im Horseshoe Casino Las Vegas die diesjährige World Series of Poker, umgangssprachlich auch Poker-Weltmeisterschaft genannt. Die Creme de la Creme tritt dort gegeneinander an, um ihren besten Spieler zu ermitteln. Seit dem vergangenen Wochenende hätte auch Maximilian Weiß, Trainer der Oberliga-Handballer der TSG Calbe, seinen Startplatz in Nevada verdient, denn mit einem sicherlich nicht ungefährlichen Poker im Topspiel gegen den BSV 93 Magdeburg sicherte er seinem Team wohl den 33:26 (17:13)-Heimsieg in der ausverkauften Halle — zumindest legte er den Grundstein dafür.

„An anderen Tagen geht das Experiment mit Stefan Wiederhold und Leon Dobertin schief. An anderen Tagen kommt auch Tim Wiebe – nach seiner Verletzung und mit ganz wenig Training – nicht so ins Spiel rein. Aber an dem Tag hat bei uns alles geklappt“, hörte man Weiß auch einige Tage später die Euphorie an. Gemeint war der Bluff, Wiederhold von Beginn an ins Tor zu stellen. „Unsere Torhütersituation haben sie sicherlich mitbekommen und sich deshalb wahrscheinlich hauptsächlich auf Leon vorbereitet. Dass Stefan dann im Tor stand, war in meinen Augen der ausschlaggebende Punkt, warum wir am Anfang so deutlich wegkommen. Er ist ja nochmal ein ganz anderer Torhütertyp als Leon“, erklärt der TSG Coach.

Nur 13 Gegentore vor der Pause zeigten deutlich, wie wenige Lösungen der BSV gerade in Halbzeit eins fand – auch, weil nicht nur das Torhüterspiel, sondern auch die Abwehr zusammen mit Martin SCE wa und Felix Kralik überzeugte. So waren es am Ende sogar in beiden Hälften jeweils nur 13 Gegentore. „Gegen den Nleister war das schon saustark. Vielleicht haben ihnen auch ein, zwei Prozent gefehlt, aber umso mehr Prozent haben wir draufgepackt – im Tempospiel, im Positionsangriff“, jubelte Weiß.

Der Moment, in dem für den Calbenser Übungsleiter endgültig klar war, dass es an diesem Tag für zwei Punkte reichen würde, kam nach knapp 20 Minuten. Magdeburgs Luca Elsner trat zum Siebenmeter an, der sichere Beute für Wiederhold war. Doch die

Schiedsrichter entschieden auf Wiederholung, weil Lucas Marschall zu früh im Neunmeterraum war. Auch im zweiten Versuch blieb Calbes Nummer 12 jedoch Sieger. „Ab dem Moment wusste ich: Jetzt ist hier Feuer in der Bude — und so war es auch.“

In Halbzeit zwei knüpfte Dobertin dann nahtlos an die Leistung seines Keeper-Kollegen an. Zwar konnte der BSV kurzzeitig noch einmal verkürzen, doch der Heimsieg geriet zu keinem Zeitpunkt mehr in Gefahr. Max Ammerpohl aus der Zweiten, der einmal mehr erfolgreich unterstützte, markierte schließlich den Schlusspunkt. „An so einem Tag fällt es mir schwer, ein sportliches Fazit zu ziehen. Im Vordergrund stehen neben den Verabschiedungen einfach die geile Atmosphäre in der ganzen Halle. Mit den Fans im Rücken wollten wir es einfach mehr“, fasste Weiß den überzeugenden Auftritt zusammen.

Abschließend bedankte er sich zudem beim Regionalliga-Aufsteiger aus der Landeshauptstadt für dessen sehr faires Verhalten nach dem Abpfiff. Dieser war bis zum Abschluss der Verabschiedungen in der Halle geblieben und hatte „auch ernst gemeinten Beifall geklatscht. Da bin ich sportlich und menschlich beeindruckt“, so Weiß. Es war ein Start in die Calbenser Finalwochen, der die Mannschaft mit einer noch breiteren‘ Brust in die letzten Spiele der laufenden Saison gehen lässt.

TSG Calbe: Ammerpohl (1), Marschall (4), Gieraths (2), Wiederhold, Rätzel, Mark, Ritscher (1 ), Steffen (7/3), Giesemann, Wuwer (1), Wiebe (2), Meyer (5), Sowa (8), Kralik (1), Dobertin, Reiske(l/l)

Siebenmeter. TSG 4/6 -BSV 93 4/6

Zeiß-trafen: TSG 2- BSV934

RK (o.B.): John Bade (58., Magdeburg)

 

Quelle Volksstimme 28.04.2026

Dieser Artikel wurde am 28.April 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt.


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