21. April 2026

Rückkehr des Meister-Duos

Zwei Routiniers im Tor und ein Offensivlauf fast bis zur 50-Tore-Marke.

Die TSG Calbe überzeugt in Wolfen, doch Trainer weiß hadert mit der Defensive.

 

Von Tobias Zschäpe

CALBE. Der eine oder andere Calbenser Fan kam beim Blick auf die Spielerliste seiner Mannschaft am vergangenen Wochenende in Wolfen sicherlich ins Schwärmen. Damit Leon Dobertin kurzfristig auch der zweite etatmäßige Torhüter, mit dem die TSG in die Saison gestartet war, ausfiel, griff Trainer Maximilian Weiß zum Handy. Nach Stefan Wiederhold musste man auch den zweiten Torwart Routinier nicht lange überreden, und so reisten die Saalestädter mit dem Meister-Duo von 2018/19 zwischen den Pfosten zum Oberliga-Auswärtsspiel. „Das ist zwar schon ein paar Jährchen her, aber trotz alledem merkt man, dass die beiden immer noch eingespielt sind. Da weiß der eine, was der andere macht“, schwelgte Weiß später in Erinnerungen.

Beim 49:32 (21:15)-Auswärtssieg war es letztlich aber eher die Offensive, die den Sieg sicherte. Zum dritten Mal in dieser Saison kratzten die Calbenser an der 50Tore-Marke. Nach 46 in Wernigerode und 47 gegen Kühnau fehlte diesmal nur ein Treffer. „Gegen das, was wir da an Offensivpower hingestellt haben, konnte Wolfen nicht viel entgegensetzen“, lobte Weiß Angeführt von Paus Steffen, der nicht nur 13 Tore warf, sondern auch mit Übersicht und Tempo glänzte. Fair war er von der gegnerischen Deckung kaum zu stoppen.

Aber auch vom Kreis strahlte die TSG große Torgefahr aus. Martin Sowa traf zweimal vom Siebenmeterstrich und sechs weitere Male aus dem laufenden Spiel. Dass auch Nils Rätzel vier Tore beisteuerte, zeigte, wie viel Platz die TSG-Kreisläufer an diesem Tag hatten. „Wir haben die Schwächen, die Wolfen uns angeboten hat, gut ausgenutzt“, lobte Weiß das effiziente Kombinationsspiel mit dem Rückraum.

Auf den Außenpositionen musste der Trainer hingegen wie im Tor — improvisieren. Aufgefallen ist das aber nur echten Kennern der Mannschaft, denn obwohl mit Max Ammerpohl ein Spieler aus der Reserve aushalf, war kein Leistungsunterschied zu erkennen. „Der Junge zeigt jedes Mal 105 Prozent. Er hat seine Spielzeit bekommen und auch genutzt — mit vier Treffern aus vier Versuchen“, beobachtete der Trainer.

Über 49 Tore in der Offensive konnte sich an diesem Tag also niemand beschweren, „dass wir nachher hinten raus 32 kriegen, damit tue ich mir aber doch ein bisschen schwerer. Es ist wahrscheinlich eine Sache, die nur mich stört, das weiß ich selben Aber hinten raus war unsere Abwehr einfach zu löchrig“, ärgerte sich Weiß. 15 und 17 Gegentore pro Halbzeit seien an sich zwar okay, „aber man hätte es besser machen können. Die Jungs haben es dann auch mitbekommen, dass gerade der Mittelblock beziehungsweise der Rückzug am Wochenende nicht ganz so funktioniert hat. Nach vorne waren wir schnell, aber nach hinten müssen wir noch schneller rennen, um das eigene Tor zu verteidigen“, analysierte er.

Letztlich war er aber vor allem froh, dass sein Team die Aufgabe trotz der zahlreichen Ausfälle erfolgreich gelöst hatte. „Ohne unsere Zweite und ohne unsere noch voll einsatzbereiten ehemaligen Torhüter wäre das Bein ganz dick gewesen.“ Stattdessen sammelte die Mannschaft weiteres Selbstvertrauen für die Finalwochen, in denen es nun gegen den BSV 93 Magdeburg weitergeht. „Die haben nach meinem Empfinden bislang zu wenige Minuspunkte“, schickte er gleich eine Kampfansage in die Landeshauptstadt.

 

TSG Calbe: Ammerpohl (4), Gieraths (2), Rätzel (4), Mark (4), Bertram, Steffen (13/1), Wuwer (8), Weiß, Wiederhold, Meyer (5), Sowa (8/2), Kralik(l)

Siebenmeter: HSG 5/5 -TSG 3/5

Zeitstrafen: HSG3-TSG3

 

Quelle Volksstimme 21.04.2026

 

Dieser Artikel wurde am 21.April 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt.


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