11. Februar 2019

Eine Rotation ohne Folgen

Der Erfolgslauf des Sachsen-Anhalt-Ligisten TSG Calbe hält an. Im HVSA-Pokal-Viertelfinale schlug Calbe den HSV Haldensleben mit 31:22.

Von Kevin Sager

Haldensleben/Calbe l Eine Rotation kündigte Andreas Wiese an. Und genau diese bekamen die Zuschauer in Haldensleben auch zusehen. So bekamen zum Beispiel Marc Fritz, Marius Harig oder auch Christoph Borzucki viel Einsatzzeit. Immer wieder wechselte der Coach der TSG Calbe durch. Einer blieb jedoch außen vor: Felix Kralik. Geduldig saß der TSG-Akteur auf der Bank, beobachtete das Treiben auf der Platte, jubelte bei Toren und motivierte seine Kollegen. Zum Einsatz selbst kam er aber nicht. Das hatte jedoch nichts mit der Leistung zu tun, wie Wiese im Nachgang erklärte: „Ich habe ihn geschont. Ich brauche ihn in der Saison. Nach seiner schweren Verletzung ist das ein normaler Schritt.“

Auf einige Stammspieler verzichtete Calbe-Trainer Andreas Wiese nicht. Dazu zählte unter anderem auch Marius Schwarz. Zwei Tore steuerte der flinke Rechtsaußen zum Erfolg bei. Archivfoto: D. Uhlemann

Und auch wenn Kralik nur zusah, der Rest des Teams präsentierte sich in herausragender Verfassung und setzte den Aufwärtstrend aus der Sachsen-Anhalt-Liga fort. Gegen den Verbandsligisten HSV Haldensleben gewann die TSG deutlich mit 31:22 (15:9) und steht somit im Halbfinale des HVSA-Pokals.

Auch der zweite Anzug sitzt

Der Erfolg war von Minute eins an ungefährdet, wie Wiese sagte. Denn im Endeffekt zahlte sich die breite Bank aus. Während beim Verbandsligisten aus Haldensleben drei Stammspieler verletzt sind, schöpfte Calbe aus den Vollen. „Jeder Spieler hat seine Zeit auf der Platte bekommen. Sie haben alle ihre Leistung gezeigt, egal welche Formation wir gespielt haben“, zeigte sich Wiese erfreut.

Denn auch der TSG-Coach hatte mitbekommen, wie es dem Kontrahenten aus Staßfurt erging. „Da muss man aufpassen. Wir haben zwar in der zweiten Hälfte auch nicht mehr richtig zugepackt, aber da muss man vorsichtig sein. Staßfurt hat gezeigt, dass so etwas auch nach hinten losgehen kann.“ Doch die Calbenser spielten es sicher, gerieten nie ins Hintertreffen.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase machte die TSG Calbe den Hausherren zum ersten Mal klar, dass sie auch im Pokal nicht von ihrer gewohnten Spielweise abweicht. „Wir wollten früh Druck ausüben und haben im Positionsangriff stark gespielt“, freute sich der Übungsleiter.

Sieben Tore in Serie schraubten das Ergebnis von 4:4 auf 11:4 für die TSG (18.). Bis zur Pause wurde der Vorsprung dann auch gehalten. Auch wenn der Zugriff, laut Wiese, nicht mehr konsequent war, blieb die TSG in Front. Doch Wiese hatte auch kleine Bedenken, den „Haldensleben hat sich nie aufgegeben“.

Calbe hingegen ließ sich davon leicht beeindrucken. „Wir haben dann immer mehr durchgewechselt. Nichtsdestotrotz machen wir kleine technische Fehler und halten den HSV damit im Spiel.“ Doch so recht entgegensetzen konnte der Verbandsligist dem höherklassigen Gegner nichts. Eine erneute Serie von vier Treffern, an dessen Ende Marius Harig traf, baute die Führung auf zehn Tore aus (29:19, 55.). Die endgültige Entscheidung.

Im gesamten Spielverlauf probierte Wiese viel aus, stellte Spieler auf ungewohnte Positionen. Alles aber, ohne einen Leistungseinbruch zu befürchten. Harig zum Beispiel spielte im linken Rückraum und überzeugte mit vier Treffern. „Allgemein hatten wir viele Treffer von der Position aus“, meinte Wiese.

Doch herausheben wollte der Coach trotz der starken Leistung niemanden, „da bin ich nicht der Typ für“. Viel wichtiger war für Wiese die Erkenntnis, „dass wir als eine Mannschaft auftreten. Ich habe 16 Mann im Kader, jeden davon brauche ich.“ Denn die TSG ist immer wieder für Überraschungsmomente gut, hat selbst den Anspruch, die Gegner im Dunkeln tappen zu lassen. „Viele Gegner wissen einfach nicht, was sie erwartet und das ist auch gut so.“

Souverän sicherte sich die TSG den Einzug in das Halbfinale. Einen Wunschgegner gibt es für Wiese aber nicht: „Wir gucken einfach, wer kommt. Wir nehmen alles.“ Einen kleinen Wunsch hat der Coach indes aber doch. „Es wäre schön, wenn es ein Verbandsligist ins Finale schaffen würde.“ Die Chance besteht. Zwei Teams sind noch dabei, dazu TuS Radis. Nun richtet sich der Blick der Calbenser aber erst einmal wieder auf die Liga. Denn dort steht einiges mehr auf dem Spiel.

 

TSG Calbe: Bertram – Fritz (1), Krause (2/1), Lück (8), Rätzel, Schwarz (2), Borzucki (4), Harig (4), Weiß (2), Sowa, Kralik, Illig (2), Reiske (6)

 

Siebenmeter: TSG 1/1 – HSV 2/5

Zeitstrafen: TSG 4 – HSV 1

Volksstimme 11.02.2019

Dieser Artikel wurde am 11.Februar 2019 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt.


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