Ungewohnte Abwehrschwächen
Die Oberliga-Handballer der TSG Calbe unterliegen dem HC Burgenland II mit 36:39 (25:21).
CALBE/KAG. Es lief gerade die 23. Minute in der Handball-Oberliga-Partie zwischen der TSG Calbe und dem HC Burgenland II, als Schiedsrichter Olaf Kohlschmidt anzeigte, dass er sich verletzt hatte. TSG-Physiotherapeutin Heike Hanemann eilte zur Hilfe und gab ihr Bestes. Kurze Zeit konnte Kohlschmidt noch weiter machen, musste in der Pause aber einsehen, dass es doch nicht mehr weiter ging. Er wurde per Krankenwagen abgeholt. Erste Ferndiagnose: ein Achillessehnenanriss.
Somit lag die Verantwortung auf den Schultern von Bernd Härtel, alleine die zweite Halbzeit zu leiten. Das sagen die Statuten des IHF (Internationale Handballföderation). Unter Punkt 17.5 ist zu lesen: „Grundsätzlich muss das ganze Spiel von denselben Schiedsrichtern geleitet werden. Fällt einer der Schiedsrichter während des Spiels aus, leitet der andere das Spiel allein.“
Aus Sicht des Calbenser Trainers Frank Reckzeh entstand somit ein kleiner Nachteil. „Das ist auch kein Vorwurf gegenüber dem Schiedsrichter. Er arbeitet dann von der Mittellinie aus und kann manche Sachen am Kreis einfach nicht sehen. Bis zum Zeitpunkt der Verletzung haben beide ein super Spiel gemacht“, attestierte der Coach. Die Gründe für die 36:39 (25:21)-Pleite gegen die Burgenland-Reserve lagen woanders.
„Wir bekommen in der Abwehr keinen Zugriff. Ich dachte, dass wir schon einen Schritt weiter waren, wurden nun aber zurückgeworfen“, sagte Reckzeh. Eine Erklärung, warum die Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torwart – in den vergangenen Jahren immer das Prunkstück der Saalestädter – nicht funktioniert, muss Reckzeh erst selbst noch erforschen. Ein erster Lösungsansatz lautete: „Aggressiv sind wir, arbeiten aber zu wenig nach vorne.“ Vor allem die Außen der Gäste hatten somit einfaches Spiel. Lucas Haucke erzielte satte elf Treffer, war somit bester Schütze.
Bei den Calbensern hingegen lief es nur im ersten Durchgang rund in der Offensive. „Da hatten wir noch die gewisse Effektivität“ hatte Reckzeh beobachtet. Mit vier Toren Vorsprung ging es dann auch in die Kabine. Im zweiten Durchgang kamen dann aber nur noch elf Tore dazu – zu wenig. „Man muss auch dazu sagen, dass sich die Torhüter von Burgenland enorm gesteigert und unseren Angreifern das Leben immer schwerer gemacht haben.“ Zudem hatten die Calbenser selbst große Probleme mit der 5-1-Deckung der Gäste. „Wir hatten dafür Pläne, aber die wurden nicht umgesetzt“ haderte Reckzeh.
Die eigenen Schwächen im Abschluss und der Deckung nutzten die Gäste, um in Halbzeit zwei die Saalestädter immer auf Abstand zu halten und dann die zwei Punkte auch mitzunehmen. „An den Schwachstellen müssen wir dringend arbeiten“, hielt der TSG- Coach abschließend fest.
TSG Calbe: Leon Dobertin, Philipp-Peter Giesemann – Lucas Marschall (5), Daniel Gieraths (1 ), Nils Rätzel (4), Maximilian Kralik, Paul Eric Steffen (8), Martin Sowa (8), Felix Kralik, Kevin Reiske (10/2)
Siebenmeter: TSG 2/2 – HOB II 3/3
Zeitstrafen: TSG 5 – HCBII 3
Quelle Volksstimme 17.09.2024
Dieser Artikel wurde am 17.September 2024 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt.





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