1. Oktober 2026

Am Ende fehlt die Kraft

Neben zahlreichen Ausfällen kassierten die Calbenser im Heimspiel gegen den Dessauer HV II noch drei Zeitstrafen. Diese Hypothek ist am Ende zu groß.

Von Kevin Sager

CALBE. Selbst als die Kräfte schwanden, blieb für die TSG Calbe II noch etwas möglich. Beim 31:31 in der 55. Minute waren die Verbandsliga-Handballer wieder gleichauf, auch kurz vor Schluss fehlte nur ein Treffer zum Ausgleich. Die Belohnung blieb jedoch aus: Mit 34:37 (19:18) unterlagen die Saalestädter dem Dessau-Roßlauer HV II in der Hegersporthalle. Eine Niederlage, bei der Trainer Stephan Herzig angesichts der personellen Voraussetzungen seiner Mannschaft wenig vorzuwerfen hatte. Fünf Spieler fehlten, zwei weitere gingen angeschlagen in die Begegnung.

Wie viel dennoch möglich war, zeigte die Anfangsphase. Calbe setzte sich durch Alexander Rockmann auf 7:2 ab (10.) und behauptete den Fünf-Tore-Vorsprung auch beim 10:5 (13.). Die Gastgeber hatten sich eine gute Ausgangsposition erarbeitet, schafften es aber nicht, den Gegner dauerhaft auf Abstand zu halten. „Wir kommen gut in die Partie, verpassen es aber, nachzulegen. Dadurch kommt dann Dessau immer wieder im Spiel an“, beschrieb Herzig.

Noch einmal zog die TSG durch Maximilian Kralik auf 13:8 davon (16.), anschließend schmolz das

Polster. Dessau-Roßlau glich zum 15:15 aus (24.) und ging wenig später beim 17:18 erstmals in Führung (28.). Herzig erkannte die Qualität des Gegners an: Die Gäste seien spielerisch gut ausgebildet gewesen. Das letzte Wort vor der Pause gehörte allerdings den Calbensern. Tim Mark traf zum Ausgleich, Rockmann stellte zwei Sekunden vor der Halbzeitsirene auf 19:18.

“Wir kommen gut in die Partie, verpassen es aber nachzulegen” Stephan Herzig Trainer TG Calbe II

Auch nach dem Wechsel blieb die Partie zunächst offen. Emiel Otto Herzig, mit neun Treffern bester Calbenser Werfer, brachte seine Mannschaft beim 22:21 noch einmal nach vorn (37.). Danach geriet die TSG zunehmend ins Hintertreffen. Hinzu kamen die vielen Zeitstrafen und weitere personelle Einschränkungen: Malte Gottschalk sah in der 42. Minute nach seiner dritten Hinausstellung die Rote Karte, Marc Fritz ereilte dieses Schicksal in der 47. Minute. Für Stephan Herzig war die wiederholte Unterzahl eine erhebliche Belastung seines ohnehin geschwächten Aufgebots. Mit der Verteilung der Strafen haderte er: „Dabei war es eigentlich keine harte Partie, es wurde vielleicht auch ein bisschen einseitig gepfiffen, denn auch Dessau hat zugepackt.“

Trotzdem ließ Calbe die Gäste nicht davonziehen. Aus einem 26:29 machte Lennert Lenz mit zwei Treffern ein 28:29 (49.), ehe Mark per Siebenmeter zum 31:31 ausglich (55.). Die Chance auf einen Punkt war wieder greifbar. Doch Dessau-Roßlau legte erneut vor. „Am Ende hat uns die Kraft gefehlt, wir konnten nicht mehr reagieren“, erklärte Herzig.

Seine Mannschaft blieb bis in die Schlussminuten dran. Emiel Otto Herzig verkürzte mit seinem neunten Tor auf 34:35 (59.). Die verbliebenen Möglichkeiten zum Ausgleich nutzten die Gastgeber jedoch nicht. Stattdessen sorgte Lennart Geist mit den letzten beiden Treffern für den Endstand. Dazwischen musste auch Kralik nach seiner dritten Zeitstrafe vorzeitig vom Feld.

„In der Schlussphase der Partie hatten wir noch gute Chancen, vergeben diese aber“, bedauerte Stephan Herzig. So stand am Ende eine Niederlage nach einer Leistung, die unter schwierigen Bedingungen durchaus einen Punkt hätte bringen können.

 

Calbe II: Tim Mark (5/1), Lennert Lenz (4), Emiel Otto Herzig (9), Alexander Rockmann (3), Philipp-Peter Giesemann, Dominic Lucas Held (1 Maximilian Kralik (5), Marc Fritz (2), Malte Gottschalk (4/1), Janis-Maxim Wichmann (1)

DRHV 06 II: Maximilian Schneider, Rico Weben (1) Joel Geist (7/1), Lennart Geist (8), Johann Durba (4), Sebastian Merten (3), Richaré Bruno Grießhammer (5), Philipp Stojan (1), Devin Plott (6/2), Jan Bennin, Theodor Durban (2), Henryk Reinhardt

Siebenmeter: TSG II 2/2 – DRHV 06 II 3/5

Zeittrafen: TSG II – DRHV 06 II 7

RK (3×2 Minuten): Maximilian Kralik (60.), Marc Fritz (47.), Malte Gottschalk (42.) – alle

Calbe; Richard Buno Grießhammer (47. DRHV 06 II)

Quelle Volksstimme 01.10.2026

Dieser Artikel wurde am 01.Oktober 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt.


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