Ausfall überschattet Pokalsieg
HVSA-Pokal: Nach einer zähen ersten Halbzeit überrennt die TSG Calbe den SV Eintracht Hohenwarthe klar mit 51:20. Warum Trainer Weiß lieber 30 Tore weniger erzielt hätte.
von Tobias Zschäpe
CALBE/HOHENWARTHE. Spätestens ab der zweiten Halbzeit waren es zwei Welten, die in der Sporthalle des SV Eintracht Hohenwarthe aufeinander trafen. Die Gastgeber, die in der Bezirksoberliga Nord an den Start gehen, trafen auf den Vizelandesmeister TSG Calbe. Das sollte sich am Ende auch im Ergebnis widerspiegeln, allerdings brachte der Favorit eine Halbzeit Anlauf, um am Ende beim 20:51 (12:21) zu dominieren.
Ernsthaftigkeit gefunden
Calbes Trainer Maximilian Weiß war letztlich froh, dass seine Mannschaft doch noch die Ernsthaftigkeit gefunden hatte, um die Rollenverteilung deutlich zu machen. „Anfangs waren wir etwas fahrlässig. Da kann ich den Jungs aber keinen Vorwurf machen. Wir reisen ja nun schon eine Weile durch die Hallen in
Sachsen-Anhalt, aber die in Hohenwarthe war sicherlich eine der kleinsten. Da wäre es auch mir als Spieler schwer gefallen, die Konzentration hochzuhalten“ schätzte er ein.
Allerdings zolle er dem Gegner auch Respekt. „Sie haben ein paar Spieler in ihren reihen, die schon wissen, wo das Tor steht“, hielt Weiß fest, nachdem sein Team bis zur Pause zwölf Gegentore hinnehmen musste. 21 eigene Treffer sorgten bis dahin noch nicht unbedingt für klare Verhältnisse.
Das sollte sich mit Wiederanpfiff ändern. Die Calbenser schraubten das Tempo nach oben, obwohl sie zeitgleich noch viel experimentierten. „30 Tore und nur acht Gegentoren in der zweiten Hälfte waren dann schon stark“, lobte Weiß später die Steigerung seiner Mannschaft.
Doch ein großer Wermutstropfen blieb am Ende bei der TSG. Kurz nachdem Paul Steffen den Vorsprung der Gäste in Minute 47 auf 15:36 in die Höhe geschraubt hatte, verletzte er sich so schwer an der Hand, dass er seiner Mannschaft einige Zeit fehlen wird. „Die genaue Diagnose steht noch aus, aber wir rechnen aktuell damit, dass er mindestens sechs bis zwölf Wochen ausfallen wird“, befürchtet Weiß. „Ich hätte lieber 30 Tore weniger gemacht, wenn uns Paul dafür erhalten geblieben wäre“, betonte er. Steffen wird der Mannschaft gerade in der so wichtigen Anfangsphase der Saison schmerzlich fehlen.

Großer Reiz
Obwohl die Calbenser mit einem personellen Rückschlag aus der ersten Runde im Pokal gehen, freut sich TSG-Trainer Weiß, dass der Wettbewerb wiederbelebt wurde. Er hat den HVSA-Pokal schon zu seiner aktiven Zeit immer als „geiles Format“ gesehen, weil er eben solche Geschichten wie Hohenwarthe gegen Calbe schreibt mit zwei, drei Ligen Unterschied. „Trotzdem ist es ein Pflichtspiel und du musst es erstmal gewinnen. Vielleicht erwischt der Außenseiter den besten Tag seines Lebens und der Favorit einen ganz schlechten“, beschreibt er den Reiz der Spiele.
Hinzu kommt der Nervenkitzel bei der Auslosung der nächsten Runde. Zumal die Calbenser als eines der höchstklassigsten Teams im Wettbewerb wieder auswärts antreten und die nächste Halle im Land kennenlernen werden. „Am Ende brauchst du nur fünf Siege und hast einen Pokal in der Hand“, ruft Weiß den Titelgewinn als klares Ziel aus. „Vielleicht gibt es vor der nächsten Saison dann auch einen Supercup“ blickt er bereits voraus.
SV Eintracht Hohenwarthe – TSGCalbe 20:51(12:21)
Hohenwarthe: Söder (6/1), Richter, Golibersuch, Lange (2), Ahlert, Mehlicke, Bretschneider (4/1), Wallwitz (1), Schneemann (4), Wobbe, Weber-Rauche, Junghans, May (3)
Calbe: Marschall(12), Gieraths(4), Rätzel (6), Mark(4), Steffen (7), Wuwer(10), Soutschek, Meyer, Kralik (3), Dobertin, Reiske (5/2)
7-Meter: Hohenwarthe 2/4 – Calbe 2/3
2-Minuten: Hohenwarthe 5 – Calbe 4
Quelle Volksstimme 04.09.2025
Dieser Artikel wurde am 04.September 2025 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt.








