57 Minuten reichen nicht aus
Trotz zwischenzeitlicher Drei-Tore-Führung verliert die TSG Calbe das „kleine Derby“ bei Eintracht Gommern mit 21:22 und rutscht in der Tabelle auf Rang fünf ab.
Von Tobias Zschäpe
GOMMERN/CALBE. Karl Sehelenz entwickelte um 1917 den Großteil der Regeln für den HallenhandÂball. Festgelegt wurde dabei auch eine Standard- Spieldauer von 60 Minuten, welche bekanntlich noch bis heute gültig ist. Folglich konnte sich Maximilian Weiß, der Trainer der Oberliga-Handballer der TSG Calbe, nicht beschweren, das das Spitzenspiel bei EinÂtracht Gommern nicht bereit in Minute 57 abgepfiffen wurde.
Dennoch merkte er einen Tag nach der 21:22 (10:11)-Niederlage wehmütig an: „Wäre das Spiel nach 57 Minuten abgebrochen worden, wären wir der verdiente Sieger.“ Kein Wunder, schließlich führten die Calbenser zu diesem Zeitpunkt mit 20:19, kurz zuvor gar mit 20:17. Doch der Trend gegen die TSG setzte ich in den letzten drei Minuten fort, und die EinÂtracht feierte letztlich noch einen Last-Minute-Sieg. „Leider kommt so was im Handball vor“ musste Weiß gestehen, dessen Team sich vorerst von den absoluten SpitzenÂplätzen verabschiedete.
Von Beginn an war das „kleine Derby“ – wie in den letzten aufÂeinandertreffen auch schon – von reichlich Körperlichkeit geprägt. Da bekamen vor allem GomÂmerns Maurice Prokop und Tom Leine zu spüren, die beide frühÂzeitig verletzt von der Platte mussten. Prokop feierte den Sieg seiner Mannschaft später mit deutlich angeschwollenem KnöÂchel, Leine trug eine Verletzung am linken Knie davon.
„Das war natürlich keine AbsÂicht von meinen Jung, gute BessÂerung an beide“ richtete Weiß aus. Und ein Gegenüber Oliver Schülke nahm die gerne an. „Kein Vorwurf. Leider sind VerletÂzungen nun mal Bestandteil dieÂses Sports‘: erklärte er. Auf der Gegenseite sah unterdessen Joris De Vries Rot nach einem Gesichtswischer gegen Paul Steffen.
Die beiden Platzverweise noch vor der Pause sorgten dafür, da die Trainer beider Seiten taktisch die eine oder andere Umstellung vornehmen mussten. Wer besser darauf reagierte, lässt sich nur schwer sagen. Deutlich wurde aber, dass beide Mannschaften vor allem auf ihre Defensive bedacht waren. Tino Soutschek im Tor und Felix KraÂlik, Kevin Reiske und Nils Rätzel davor spielen in der ersten HalbÂzeit eine starke Abwehr“ lobte Weiß später.
Den knappen PausenrückÂstand drehten die Calbenser nach dem Seitenwechsel schließlich in eine Führung, sodass der TSG Trainer glaubte, „dass unsere erÂfahrenen Spieler das Ding bis zum Ende durchziehen. Wenn wir aus der Zwei-/Drei-Tore-FühÂrung vier, fünf, sechs Tore maÂchen, dann wäre es das gewesen“ ärgerte ich Weiß. Lange sah es danach aus, doch am Ende sollte es anders kommen. Dass die Gastgeber das Spiel noch einmal drehen konnten, hatten sie auch einer unerklärliÂchen Passivität auf TSG- Seite in der Schlussphase zu verdanken.
Während Gommern offensiver deckte, warf Calbe einen Ball nach dem anderen weg. „Die letzten fünf Minuten funktionierÂte nichts, wenn ich ehrlich bin. Ob man dann aber den letzten Siebenmeter noch geben muss, weiß ich nicht. Schuld sind wir unterm Strich aber selbst“ betonÂte Calbes Coach.
Besonders ärgerlich wurde die eigene Pleite durch die erste NieÂderlage von Spitzenreiter BS 93 Magdeburg am Sonntag. Statt näÂher an diesen heranzurücken, blieb der Abstand gleich. TabellaÂrisch rutschten die Saalestädter sogar auf Rang fünf ab, hinter Magdeburg, Spergau, Gommern und BSV-Bezwinger HC BurgenÂland II.  „So hatten wir uns den Start in Jahr 2026 eigentlich nicht vorgestellt“
Gommern: Kämpf, Peschke (1), Hieber (2), Leine (5/2), Jo. Wucherpfennig, Prokop (2), De Vries, Smoger, Mehr, Panoven (3/3), Schipper(2), Ja. Wucherpfennig (4), SchülÂke (1), Jassmann (2), Schmelzer
Calbe: Marschall (1), Gieraths, Rätzel, Mark, Ritscher, Steffen (5/1), Borzucki, Wuwer (1), Wiebe (5/3), Soutschek (1), Meyer, Sowa (3), Kralik (1), Dobertin, Reiske (4/2)
Siebenmeter: Gommern 5/5 – Calbe 6/9
Zeitstrafen: Gommern 1 – Calbe 7 RK(o.B.): Joris De Vries(29., Gommern), LuÂcas Marschall (28., Calbe)
Dieser Artikel wurde am 20.Januar 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt.









