8. September 2026

Sieg um Haaresbreite verpasst

Nach einem engen Schlagabtausch unterliegt die TSG Calbe beim SV Langenweddingen. Was zum Auftakterfolg fehlte und warum Trainer Enrico Lampe keinen Grund zur Panik sieht.

Von Tobias Zschäpe

LANGENWEDDINGEN/CALBE.

Kurz nach der Pause hätte das Auftaktmatch der Calbenser Oberliga Handballer gegen den SV Langenweddingen eine andere Wendung nehmen können. Nachdem Neuzugang Lieven Rach die TSG mit der Pausensirene in Führung gebracht hatte, starteten die Gäste Hälfte zwei direkt mit einem Ballgewinn. Der Knoten schien geplatzt, es fehlte nur noch, dass das runde Leder zur Zwei-Tore-Führung im Netz zappelte. Doch bei der folgenden Abschlussaktion zeigte sich eine der beiden großen Schwachstellen, die die Saalestädter an diesem Tag aufwiesen: die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Statt mit 16:14 in Führung zu gehen, folgte wenig später der Ausgleich durch den gastgebenden Aufsteiger und die Partie blieb bis in die Schlussminuten spannend. Am Ende setzten sich die Gastgeber aus der Börde denkbar knapp mit 33:32 (14:15) durch und versetzten der TSG einen unerwarteten Rückschlag.

Von Beginn an zeigte sich, dass das Duell mit dem Liganeuling kein Selbstläufer werden würde. Immer wieder legten die Langenweddinger vor, während die Gäste bis zum 14:15-Pausenstand auf die erste eigene Führung warten mussten. „Es waren zwei Dinge, die uns am Ende ein besseres Ergebnis gekostet haben. Zum einen hat das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter nicht so geklappt, wie wir uns das erhofft hatten“, erklärte TSG-Trainer Enrico Lampe. „Unser Schlussmann hat nicht die Sicherheit von seinen Vorderleuten gespürt, sodass das Torwartduell klar an Langenweddingen ging“, beobachtete er.

Für den zweiten Grund stand Langenweddingens 14-Tore-Mann Karl Lücke sinnbildlich. Während dieser im Alleingang fast die Hälfte der SVL-Treffer erzielte, waren die Calbenser nicht immer konsequent genug im Abschluss. „Wir haben es verpasst, uns auch mal abzusetzen“, so Lampe, der das jedoch nicht auf einen Leistungsunterschied beider Teams schieben wollte. „Es lag nicht daran, dass wir nicht ans Optimum gekommen sind. Bei so einem spannenden Spiel sind es am Ende Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Uns hat einfach nur das Momentum zur richtigen Zeit gefehlt.“

Bestes Beispiel war die eingangs erwähnte Szene nach dem Seitenwechsel. Wäre hier ein Zwei-Tore Vorsprung gelungen, wäre die Partie womöglich anders ausgegangen. Doch auch so hielt es die Zuschauer in der Sporthalle am Heßberg kaum auf ihren Sitzen, Ständige Führungswechsel prägten die zweiten 30 Minuten, woran auch eine Verletzung von Martin Sowa nichts änderte. Der Abwehr-Hüne zog sich Mitte der zweiten Halbzeit einen Cut am Auge zu, nachdem er einen Arm seines Gegenspielers abbekam. Da die Blutung nicht schnell genug gestillt werden konnte, fehlte er der TSG-Deckung in der Schlussphase.

Dennoch hatten seine Teamkollegen sieben Minuten vor dem Ende den Auftaktsieg wieder in der eigenen Hand, als Nils Rätzel die TSG mit 27:28 — letztmalig in Führung brachte. Doch auch diesmal wurde nicht mehr daraus gemacht. Stattdessen drehte der SVL den Spielstand erneut und als Felix Kralik schließlich in letzter Sekunde mit seinem Wurf in der gegnerischen Abwehr hängen blieb, war die Partie entschieden. „Ich habe eine kämpferische Calbenser Mannschaft gesehen. Wir müssen durch die Niederlage jetzt nicht alles in Frage stellen – es war der erste Spieltag, da weiß man oft nicht, wo man steht. Haben wir vier, fünf Paraden mehr, sind es auch genauso viele Gegentore weniger“, betonte Lampe, wie nah sein Team an einem Erfolgserlebnis dran war.

SV Langenweddingen -TSG Calbe 33:32 (14:15)

Langenweddingen: Knorr (3), Lücke (14/5), Oeltze, Möhring, Axt, Schnabel (9), Daehre, Lohel, Jassmann (2), Wilhelm, Lohmann, Rohr (1), Pfahl, Szpureck (2), Oeltze (2)

Calbe: Mark (2), Rätzel (2), Zirnnick, Rach (4), Bartels, Steffen (2), Borzucki (2), Wuwer (2), Meyer, Sowa (1),Weiß (5/3), Kralik (6), Dobertin, Reiske (6)

Siebenmeter: SVL 5/5 – Calbe 7/10

Zeitstrafen: SVL 7 – Calbe 5

 

Quelle  Volksstimme 08.09.2026

Dieser Artikel wurde am 08.September 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Aktuell abgelegt.


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