„Nicht unser Anspruch“
Trotz des Zwölf-Tore-Sieges gegen Wernigerode ist Calbes Trainer nicht zufrieden. Vor allem defensiv sieht Maximilian Weiß beim 42:30 (21:17) noch zu viele Probleme.
Von Tobias Zschäpe
CALBE. Dass der breiteste Kader nicht vor krankheitsbedingten Ausfällen schützt, zeigte sich am Wochenende bei den Oberliga Handballern des HV Wernigerode. Hatte Maximilian Weiß, Trainer des Gegners aus Calbe, im Vorfeld noch vor der Vielzahl an Spielern gewarnt, die den Harzern zur Verfügung stünden, war es stattdessen das Wegbrechen wichtiger Unterschiedsspieler bei den Gästen, was die Rollenverteilung noch ein bisschen deutlicher machte und in einem 42:30 (21:17)-Heimsieg der TSG gipfelte.
Neben Jörg-Lucas Conradi, den Weiß in der Vorschau auf das Heimspiel bereits hervorgehoben hatte, fehlten „noch drei, vier weitere Akteure, die sonst Zeichen setzen können“, so Weiß. „Wir wussten also, dass es unter dem Strich nur einen gab, der das Spiel führen und auch entscheiden konnte. Genau den jungen Mann haben wir aber nicht unter Kontrolle bekommen“, ärgerte sich der TSG-Coach.
Dieser junge Mann war Tom Kaufmann, der nicht nur dank seiner zwölf Tore überragender Mann beim HV Wernigerode war, sondern das Spiel seiner Mannschaft auch lenkte. „Wir wussten, dass er ein starker Spieler und Wernigerode angriffsstark ist, aber dass wir vor der Pause in der Abwehr überhaupt keinen Zugriff auf das Spielgefühl bekommen, das kann nicht unser Anspruch sein“, blickte Weiß später auf die erste Halbzeit zurück.
Nach dieser führte Calbe zwar mit vier Toren Differenz, wirklich überzeugen konnte der Favorit bis dahin allerdings nicht. „Ja, wir liegen vorne, aber es hätte viel deutlicher sein können“, legte Weiß den Finger in die Wunde.
Da sich auch nach der Pause nicht viel am Spielverlauf änderte, fiel das Fazit nach 60 Minuten nur unwesentlich euphorischer aus. „Wir ziehen ihnen nachher den Zahn, weil wir viel mehr wechseln und immer Spieler bringen konnten. Jeder Feldspieler hat sich am Ende in die Torschützenliste eingetragen – so ist dann am Ende der Zwölf-Tore-Heimsieg zustande gekommen“, so Weiß.
Da sich allerdings an den defensiven Problemen nichts änderte, blieb den Saalestädtern ein noch deutlicherer Sieg verwehrt. Es war ein Negativpunkt, „den wir uns ankreiden lassen müssen. Wernigerode macht viele Tore, in meinen Augen zu viele, weil wir in der Abwehr keinen richtigen Zugriff finden“, so der Trainer weiter.

Damit verpassten die Calbenser es auch, sich vor dem Topspiel gegen Biederitz noch einmal warmzuwerfen, während der SV Eiche Spitzenreiter BSV 93 Magdeburg am vergangenen Wochenende lange Paroli bot. „Ein paar Spie1er konnten ein bisschen Selbstvertrauen tanken, aber zufrieden dürfen wir mit dem 42:30 gegen Wernigerode nicht sein. Unsere Ansprüche sind einfach andere, so ehrlich müssen wir zu uns sein. Also heißt es diese Woche noch mal ranklotzen und richtig einstimmen auf Biederitz, um da mental und körperlich ein anderes, positiveres Bild zu zeigen. Das ist eins der Spiele, für die du trainierst“, blickt Calbes Trainer auf das Duell Sechster gegen Dritter voraus.
In diesem wird es nicht nur um zwei Punkte gehen, sondern auch darum, die Chance auf Tabellenplatz zwei zu wahren. Den direkten Vergleich mit Gommern hat man verloren, aber noch müssen beide Teams gegen den Tabellenführer antreten. Bis dahin gilt es, sich keinen Ausrutscher zu erlauben.
Calbe: Marschall (3), Gieraths (4), Rätzel (2), Mark (4), Steffen (10/1 ), Borzucki (5/1 ), Wuwer (2), Wiebe (3), Meyer (4), Sowa (2), Kralik (3), Dobertin
Siebenmeter: TSG 2/3 – HWI 6/6
Zeitrafen: TSG 2 – Â Â 2 RK (o.B.): Marten Kopp (56./Wernigerode)
Quelle Volksstimme 17.03.2026
Die weiblichen und männlichen Minis waren bei dem Spiel Einlaufkinder.

Dieser Artikel wurde am 17.März 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt. (aktualisiert: 17.März 2026)









