2. Februar 2026

Bollwerk sichert Kantersieg

Die TSG Calbe meistert die Aufgabe gegen den USV Halle II auch ohne Trainer Maximilian Weiß. Starke Abwehr und überragende Torhüter entscheiden das Spiel früh.

Von Tobias Zschäpe

CALBE. „Wir sind mittlerweile fast alle in der glücklichen Lage, Vater zu sein“, hatte Maximilian Weiß, Trainer der Oberliga-Handballer aus Calbe, vor wenigen Wochen mit Blick auf seine Mannschaft erklärt. An dieser Einordnung hat sich vermutlich auch nach dem vergangenen Wochenende nichts verändert, allerdings erlebt Weiß aktuell eine der „negativen“ Seiten des Elternseins. Hatte er am Donnerstag noch die Verlegung des Punktspiels gegen den USV Halle II organisiert, musste er am Sonnabend kurzfristig seine eigene Teilnahme absagen. „Kita-Keime hauen einem doch mehr um, als man denkt“, hielt er am Sonntag augenzwinkernd fest.

So musste auf der Trainerbank kurzerhand improvisiert werden. TSG-Abteilungsleiter Gunnar Lehmann und Weiß‘ Vater Peter nahmen auf dieser Platz und informierten den Chefcoach im Anschluss über den Spielverlauf. „16 Tore, das klingt ja ganz gut“, brachte Weiß den Spielverlauf zum 19:35 (8:16) -Endstand auf den Punkt.

Während der 60 Minuten sollten nie Zweifel daran aufkommen, wer die Platte als Sieger verlässt. Das begann schon nach gut einer Minute, als Gästespieler Felix Kaiser mit einem Siebenmeter scheiterte und die Führung für den USV verpasste. Stattdessen brachten Nils Meyer (2) und Lucas Marschall die Calbenser mit drei Toren in Front. Gerade in der Abwehr zeigte sich genau das, was Weiß vorher erwartet hatte: Die jungen und schnellen Hallenser taten sich gegen die robusten Calbenser schwer.

Durch die so generierten Ballgewinne kam die TSG im Umschaltspiel selbst zu schnellen Toren und baute die 3:0-Führung (7.) auf acht Treffer zur Pause aus. Schon zur Pause zweifelten in der Hegerhalle nur die wenigsten noch an einem Sieg der Gastgeben.

Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts mehr, obwohl sich ob der deutlichen Führung der eine oder andere Flüchtigkeitsfehler einschlich. „Da waren ein paar Fehlwürfe und taktische oder technische Fehler dabei“, hatte Weiß in Erfahrung gebracht. „Aber ich zitiere mal die Jungs: Wenn man so gut in der Abwehr steht und dann noch Tino (Soutschek, Anm. d. Red.) hinten dran da kann erstmal vieles kommen und man geht trotzdem als Sieger vom Platz.“

Soutschek hatte am Ende laut der-vereinsinternen Statistik die 50-Prozent-Marke an Paraden geknackt. Kein Wunder also, dass Halle in der gesamten Spielzeit nur auf 19 Tore kam. Zumal sein Torwart-Kollege Leon Dobertin bei seinen Einwechslungen zusätzlich noch vier Siebenmeter hielt. „Das bestätigt mich darin, dass wir das beste Torhüter-Duo der Liga haben. Das zeigen sie Woche für Woche“, lobte Weiß.

Nach diesem Erfolgserlebnis gehen die Calbenser mit einem guten Gefühl in die einwöchige Spielpause, bevor am Valentinstag (14. Februar) das nächste Topspiel gegen die SG Spergau wartet.

Abschließend schickte Weiß ein Dankeschön an die USV-Reserve, dass diese sich bereit erklärt hatte, auch das Rückspiel in Calbe stattfinden zu lassen. „Statt dass wir das Duell absagen mussten und dann einen Doppelspieltag gehabt hätten, war das sicherlich die bessere Lösung“, merkte er an.

Auf den Ausgang hatte die Drehung letztlich wohl keinen Einfluss. 16 Tore Unterschied zwischen dem vor dem Spieltag Vierten und dem Vorletzten sprechen eine eindeutige Sprache.

Calbe: Marschall (7), Rätzel (2), Mark (4/2), Steffen (4), Borzucki (3), Wuwer (6), Wiebe (3/1 ), Soutschek, Meyer (3), Sowa (2), Kralik (1 ), Dobertin

Halle Il: Demuth (1), Kurt, Wagner, Stäcker, Kaiser (4/2), Schmitt, Panhans, Thiele (2/2), Lehmann (1), Nguyen (3), Richter, Von Pawlowski (5/2), Grauert, Stötzel (3)

Siebenmeter: TSG 3/3 – IJSV Il 6/11

Zeitstrafen: TSG 5 – USV II 1

 

Quelle  Volksstimme  02.02.2026

Dieser Artikel wurde am 02.Februar 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt. (aktualisiert: 02.Februar 2026)


verwandte Artikel