9. Februar 2026

Ein Spaziergang war die Partie nicht

HVSA-Pokal, Viertelfinale Frauen, FSV 1895 Magdeburg – TSG Calbe 22:27 (13:12)

Von Tilman Treue

Fermersleben/Calbe. Ihr Halbfinalticket haben die Oberliga-Handballerinnen der TSG Calbe mit dem 27:22 (12:13)-Erfolg beim FSV 1895 Magdeburg gebucht. Ein Spaziergang war die Partie beim Nordligisten aus Fermersleben aber keineswegs. „Es ist gekommen, wie wir es erwartet haben. In so einem Pokalspiel erlebt man sehr oft, dass unterklassige Mannschaften alles reinlegen und richtig gut ins Laufen kommen“, ordnete TSG-Trainer Frank Falke ein.

Auf den FSV traf das definitiv zu, denn während Calbe noch den Weg zum Tor suchte, lagen die Gastgeberinnen bereits 3:0 (6.) vorn. Mit viel Geduld arbeiteten sich die Gäste dann aber in die Partie, glichen zum 3:3 (11.) aus, um wenig später die Führung zu übernehmen (6:4, 17.). „Unser großes Problem war, dass wir uns in der Abwehr immer haben rauslocken lassen“, analysierte Co-Trainer Lutz Dohmke, „dazu kam, dass wir zu langsam verschoben haben und dadurch natürlich Lücken da waren.“ In der Offensive lief es auf Seiten der Saalestädterinnen ebenfalls nicht optimal. Viele Chancen – wenig Tore, lässt sich das Dilemma zusammenfassen, was letztendlich zu mageren zwölf Treffern im ersten Durchgang führte.

Nach der Pause zogen die TSG-Spielerinnen dann das Tempo an, gingen mit ordentlich Druck in die Nahtstellen und drehten mit dem Lauf zum 17:13 (38.) schließlich die Partie. „In der zweiten Halbzeit waren die Köpfe mehr oben“, erkannte Dohmke den besseren Überblick in dieser Phase. Dennoch waren die Fermersleberinnen weit davon entfernt, das Spiel wegzuschenken. Immer wieder kämpften sie sich in der körperlich intensiven Partie heran und nutzen die Schwächepunkte der Calbenser Defensive. „Wir haben es einfach nicht geschafft, die Sperre des FSV aufzulösen“, benannte Dohmke einen dieser Punkte und Falke ergänzte, „auf der anderen Seite ist es auch ein großes Manko in unserem Angriffsspiel, dass wir bisher zu wenig eigene Sperren stellen.“ Mit ganz viel Kampf, der zum Teil jedoch nicht belohnt wurde, hielt sich die TSG bis zum Schluss vorn und erweckte nie den Eindruck, das Spiel doch noch aus der Hand zu geben. „Letztenendes haben wir auch mit der nötigen Cleverness auf einzelnen Positionen gesiegt“, war sich der Trainer sicher und beide lobten die ausgezeichnete Mannschaftsleistung, „zu der alle dazugehören, auf der Platte und auf der Bank.“

Auch wenn die bisweilen robuste Partie handballerisch keine Offenbarung war, sind die Saalestädterinnen froh über den Sieg und ihren Einzug in die nächste Runde. In seinem Resümee betonte das Trainerteam zudem erneut die Stärken. „Wir haben im Angriff gut gespielt und uns viele gute Chancen erarbeitet“, so Falke, „aber die Verwertung der Möglichkeiten war nicht gut.“ Daran wird weiter gearbeitet. Und besonders die clever gespielten Schlussminuten als ein weiterer Entwicklungsbaustein im Team verbucht. Am kommenden Sonntag geht es für die TSG-Frauen mit der Punktspielserie weiter. Dann gastiert Tabellenführer Union Halle-Neustadt III in der Hegersporthalle.

TSG Calbe: Pia Grabitzki, Josephin Hecker – Svenja Eitze, Romy Engelmann, Michelle Feilhaber (3), Lisa Heinrich, Fritzi Herzig (1), Tabea Linkohr, Lisa Schmidt (3/1), Greta Sroka (11), Kristin Sroka (8), Pauline Urban (1)

Siebenmeter: FSV 2/2 – TSG 1/1

Zeitstrafen: FSV 3 – Calbe 2

Dieser Artikel wurde am 09.Februar 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Aktuell abgelegt.


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