Die Anfangsphase haben wir schlicht verschlafen
Oberliga, Frauen, HC Burgenland II – TSG Calbe 30:25 (16:9)
Von Tilman Treue
Prittitz/Calbe. Es gibt Geschichten, die erzählt man am besten von hinten. Das Oberliga-Spiel der Calbenser Handballfrauen beim HC Burgenland II gehört gewiss dazu, denn am Ende ging ein TSG-Team von der Platte, das alle gegeben und sich aus einem Zwölf-Tore-Rückstand heran gekämpft hatte. „Hut ab vor den Damen, wie sie hier bis zur 60. Minute gekämpft haben“, unterstrich das Trainerteam Frank Falke und Lutz Dohmke, „am Ende haben wir uns trotz der Niederlage so teuer wie möglich verkauft.“
Sicherlich, Punkte gab es für die Saalestädterinnen in Prittitz mal wieder nicht, dass die Niederlage mit fünf Toren aber im Rahmen blieb, dürfte mit Blick auf den Spielverlauf stark zu bewerten sein. „Burgenlandgetreu kamen wir überhaupt nicht ins Spiel“, brachte Falke die notorische Auftaktschwäche der TSG-Frauen bei diesem Gegner auf den Punkt und wollte auch nichts beschönigen, „die Anfangsphase haben wir schlicht verschlafen.“ Fast sieben Minuten dauerte es bis zum ersten Treffer, nach 21 stand es 15:3 und die Calbenserinnen standen kurz davor abgeschrieben zu werden. „Wir haben vergleichsweise wenige Technik-/Regelfehler gemacht, aber ingesamt mehr als 20 Hundertprozentige weggeschmissen, das war einfach zu viel“, analysierte Dohmke. Mit der Zeit fand die TSG dann aber doch die Mittel. „Die Umstellung in der Deckung hat gegriffen und wir kämpften uns ran.“ So ging es mit sieben Toren Differenz in die Kabinen und schließlich in eine zweite Hälfte auf Augenhöhe.
„Leider hatten wir wieder diese typische Wellenbewegung“, beschrieb der Trainer, „wir arbeiten uns heran, machen dann aber Fehler, die Burgenland für Konter nutzt, so dass wir wieder kämpfen müssen.“ Dennoch, die Moral im Calbenser Team stimmte, wozu auch Keeperin Josephin Hecker mit wichtigen Paraden beitrug. So schmolz der Rückstand immer mehr zusammen. „Wir müssen diesmal auch erwähnen, dass die regionale Schiedsrichter-Ansetzung nicht sehr glücklich war“, stellten die Trainer übereinstimmend fest und betonen, „es geht nicht darum, dass wir verloren haben, daran sind wir selbst Schuld, sondern um die Ungleichheit in 50-50-Entscheidungen. Das sind Kleinigkeiten, die aber im Kopf der Spielerinnen etwas machen.“ Ausdrücklich stellen sie sich vor ihr Team: „Wenn man unter viel Einsatz am Sechsmeter unter Bedrängnis wirft, es nicht mal einen Freiwurf gibt, auf der anderen Seite aber kleinlich auf alles geachtet wird, nagt das an einem und das nimmt man mit“, so Dohmke.
„Ja, es wäre mehr drin gewesen. Besonders in der Tiefenbewegung waren wir mal wieder zu harmlos“, bestätigte der Co-Trainer, zeigte sich aber dennoch stolz auf den riesigen Einsatzwillen des Teams. Und genau das will auch Frank Falke in den Köpfen verankern. „Das wichtigste ist doch, dass wir noch mehr Positives aus den Situationen mitnehmen, uns an dem stark machen, was gelungen ist und uns weiterbringt.“ Die Schlussphase dieses Spiels gehört definitiv dazu und dürfte damit auch Schwung für das kommende Pokalspiel in Oebisfelde geben.
TSG Calbe: Josephin Hecker – Svenja Eitze, Romy Engelmann (2), Michelle Feilhaber (4/1), Fritzi Herzig (1), Lilly Kauffmann (1), Alicia Reek (7/4), Lisa Schmidt, Greta Sroka (3), Kristin Sroka (2), Pauline Urban (5)
Siebenmeter: Burgenland II 3/1 – Calbe 7/5
Zeitstrafen: Burgenland II 4 – Calbe 4
Dieser Artikel wurde am 14.Oktober 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Frauen, Spielberichte abgelegt.








