14. November 2023

Nur minimale Unterschiede

Lange Zeit führen die Handballer der SG Lok Schönebeck im Derby gegen die TSG Calbe.

Am Ende setzte sich aber die individuelle Klasse der Saalestädter durch -22:21 (9:11)

 

VON KEVIN SAGER

SCHÖNEBECK. 23 Sekunden vor dem Ende der Partie packte Stefan Kazmierowski seine grüne Karte mit dem weißen „T“ auf den Zeit­nehmertisch. Nur wenige Augen­blicke zuvor tat dies auch Andreas Wiese. Beide Trainer hatten die Möglichkeit, die letzten Sekunden der Handball-Sachsen-Anhalt-Liga-Partie zwischen der SG Lok Schönebeck und der TSG Calbe zu bestimmen. Der Schönebecker Coach sprach mit seinen Spielern den letzten Angriff durch. Wenig später hatte Felix Herget dann auch die Chance, zu werfen und tat dies. Allerdings verfehlte der Ball ganz knapp sein Ziel, sodass nur aufweiten der TSG Calbe gro­ßer Jubel entbrannte. Die Saale­städter gewannen das Derby gegen die Elbestädter knapp mit 22:21 (9:11).

 

„Die Enttäuschung war groß, da wir drauf und dran waren, eine Überraschung zu schaffen. Hätte der letzte Angriff das Tor gebracht hätten wir wohl eine neue Halle gebraucht“, meinte Lok-Coach Kazmierowski, der sehr erfreut war über die große Unterstützung von den Rängen. Seine Mann­schaft saugte das sehr gut auf- im Gegensatz zu den Gästen. „Wir waren emotionslos, haben den Kampf nicht angenommen“, beob­achtete Calbes Trainer Wiese, der schnell sah, wie seine Mannschaft ins Hintertreffen geriet. Schöne­beck konnte immer wieder vorle­gen, scheiterte aber oft an den gu­ten TSG-Torhütern Daniel Bert­ram und Leon Dobertin. Dafür gab es reichlich Lob von Wiese, „denn unsere Deckung stand nicht gut“. Zur Pause gingen die Gastgeber mit drei Toren Vor­sprung in die Kabinen. Als „er­schreckend“ bezeichnete der Calbenser Coach die erste Hälfte seiner Mannschaft.

„Wir haben erst ab der 40. Mi­nuten ein Derby gespielt“, hielt Wiese fest Calbe löste es im End­effekt durch die individuelle Klas­se, aber auch durch einen Griff in die Trickkiste von Wiese. Paul Stef­fen suchte die tiefen Läufe, die der Coach zuvor vermisste. Dadurch gab es zahlreiche Zeitstrafen gegen die Schönebecker und Calbe übernahm die Führung, welche sie nicht mehr abgaben.

„Wir bezahlen den Sieg den­noch teuer“, meinte Calbes Trai­ner. Marius Harig verletzte sich bei einer Aktion am Knie und musste die restlichen Minute von der Sei­tenlinie beobachten. Eine genaue Diagnose steht noch aus. „Es war eine dumme Bewegung, die nicht nötig war“, ärgerte sich der Coach. „Aus unserer Sicht war es gut, dass wir gewonnen haben. Schönebeck hätte sich für die Leistung über 60 Minuten mit einem Punkt be­lohnen müssen, so fair muss man sein“, zollte Wiese Respekt „Das war ein gutes Spiel und wir haben gesehen, dass wir mithalten kön­nen. Im Endeffekt hat uns das Quäntchen Glück und die Abgezocktheit gefehlt. Die minimalen Unterschiede waren ausschlagge­bend.“

 

SG Lok Schönebeck: Philipp-Peter Giesemann, Ju­lian Bartels, Robert Knörich – Marvin Thomas Thiel (2), Ricardo Schuh (4), Ron Barby (2), Nils Rosemeier, Robin Riedel, Ole Mehr (2), Pascal Garbsch, Julian Bauer (5/3), Florian Willner (1), Felix Herget (2/1), Se­bastian Roost(3), Kevin Krause

TSG Calbe: Daniel Bertram, Leon Dobertin – Mathias Walther, Lucas Marschall, Nils Rätzel (1), Maximilian Kralik (1), Vincent Daniel Wuwer, Paul Eric Steffen (1), Tony Maynicke, Marius Harig (1), Maximilian Weiß (6), Nils Meyer, Martin Sowa, Felix Kralik (3), Marc Stapf (2), Kevin Reiske (7/2)

Siebenmeter SG Lok 8 – TSG 2/4

Zeitstrafen: SG Lok 4/6 – TSG 4

Rote Karte (3×2 Minuten): Robin Riedel (56./SG Lok Schönebeck)

Quelle Volksstimme 14.11.2023

Fotos Facebook SG Lok Schönebeck

Dieser Artikel wurde am 14.November 2023 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt.


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