23. August 2026

Favoriten lange geärgert

Die TSG Calbe entnervt den HV Rot-Weiß Staßfurt 50 Minuten lang, bevor der Regionalligist sich doch noch absetzt. Warum Trainer Enrico Lampe die 32.41- Pleite ärgert, aber nicht entmutigt.

Von Tobias Zschäpe

STAßFURT/CALBE. Felix Kralik musste gar nicht mehr hinsehen. Nach seinem Pass auf Lieven Rach linksaußen dreht er direkt um, riss bereits die Arme nach oben und wartete darauf, dass die mitgereisten Fans und seine Teamkollegen der TSG Calbe ebenfalls jubelten — so sicher war er sich, dass Rach den Ball im Tor unterbringen würde.

Die Szene war im Testspiel zwischen Handball-Regionalligist HV Rot-Weiss Staßfurt und den Gäste aus der Saalestadt sinnbildlich für eine Phase, in der bei Calbe so gut wie alles lief und in der man auch auf der Anzeigetafel nah dran war am höherklassigen Gegner. „50 Minuten lang haben wir das gegen einen starken Kontrahenten sehr gut gelöst“, lobte später auch der neue TSG-Trainer Enrico Lampe. Erst in den Schlussminuten machten es die favorisierten Gastgeber dann doch noch deutlich und setzten sich bis zum 41:32 (20:17)Endstand ab.

In Hälfte eins brachten die Calbenser Staßfurts Hintermannschaft immer wieder zur Verzweiflung. Gerade Torhüter Sebastian Schliwa blieb nach mehreren unglücklichen Abwehrversuchen immer wieder auf dem Hallenboden liegen und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. „Wir waren in der Deckung noch nicht kompakt genug“, gestand er im Anschluss und suchte die Fehler aber auch bei sich. „Wir haben leider aktuell das Problem, dass wir nur einen Torhüter haben durch die Verletzung von CaKin (Kleineidam, Anm. d. Red.). Dass ich in der Vorbereitung jetzt zuletzt immer die vollen 60 Minuten spielen musste, hinterlässt irgendwann seine Spuren.“ Behoben sein soll das Problem allerdings pünktlich zum Saisonstart am kommenden Freitag in Leipzig. „Wir hoffen, dass er dann wieder spielen kann, sodass ich ein paar Pausen mehr bekomme“, blickte Schliwa auf den Saisonauftakt gegen die Reserve des SC DHfK voraus.

Auf der Gegenseite konnte Lampe unterdessen über weite Strecken zufrieden mit seinem Team sein. Calbe ließ die Hausherren nie enteilen, nutzte immer wieder konsequent die sich bietenden Torchancen und stand zudem defensiv sicher. Dabei probierten die Gäste in ihrem dritten Vorbereitungsspiel auch noch reichlich aus, stellten immer wieder unterschiedliche Deckungsvarianten. „Wir haben ein 6:0, ein 5:1 und am Ende kurz ein 4:2 gesehen. In zwei von den drei Varianten konnten wir unser Potenzial schon gut zeigen“, lobte Lampe nach Abpfiff.

 

Ergebnis zweitrangig

Allerdings schlug er in seiner letzten Auszeit knapp zwei Minuten vor dem Ende im Mannschaftskreis auch kritische Stimmen an, die er später einordnete: „Wir haben das lange wirklich gut gemacht, das müssen wir uns dann am Ende nicht so nehmen lassen. Zumal es keine Fehler waren, zu denen uns Staßfurt gezwungen hat. Das habe ich angesprochen. Minus sieben Tore gegen einen Regionalligisten wäre der Leistung heute gerechter geworden, aber grundsätzlich bin ich schon deutlich zufriedener, als gegen Köthen. Die Vorbereitung ist immer eine Zeit, um Sachen auszuprobieren. Da ist das Ergebnis zweitrangig.“

Vor dem Saisonstart am 6. September in Langenweddingen planen die Calbenser noch einen weiteren. Test und sind dazu aktuell in guten Gesprächen.

 

Quelle Volksstimme 22./23. 08 2026

Dieser Artikel wurde am 23.August 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt.


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