10. März 2026

78 Tore in zwei Spielen

Ein erfolgreiches Wochenende liegt hinter der TSG Calbe. Erst wurde das ticket für das HVSA-Pokal-Halbfinale (40:20) gezogen, danach der SV Irxleben bezwungen (38:21).

 

Von Tobias Zschäpe

CALBE. Gleich zwei Spiele absolvierten die Oberliga-Handballer der TSG Calbe am vergangenen Wochenende.

Hätte man nicht gewusst, dass es gerade gegen die eigene zweite Mannschaft ging, hätte man glauben können, dass sich die Handballer der TSG Calbe am vergangenen Freitagabend im entscheidenden Spiel um die Meisterschaft befänden – zumindest mit Blick auf Trainer Maximilian Weiß. Er lief an der Seitenlinie auf und ab, gestikulierte, dirigierte – und forderte seine Spieler auch schon mal lautstark zur Reaktion auf, wenn es ihm nicht schnell genug ging.

Das war Mitte der zweiten Hälfte im vereinsinternen HVSA Pokal-Viertelfinale, in dem das Oberliga-Team der Calbenser nichts anbrennen ließ und bereits deutlich führte. Die Zügel schleifen ließ dennoch niemand beim Favoriten, der sich am Ende in der gut gefüllten Hegersporthalle zu einem standesgemäßen 40:20 (22:10)-Erfolg gegen die (noch) zwei Klassen tiefer spielenden Vereinskameraden warf. „Ich habe gemerkt, dass die Jungs richtig heiß sind. Da willst du dann als Trainer nicht der sein, der aus der Reihe tanzt“, erklärte Weiß nach Abpfiff.

 

Viele Siebenmeter

Der Beginn verlief etwas stockend, nur zwei Tore fielen in den ersten fünf Minuten. Das lag auch daran, dass die Siebenmeterquote an diesem Tag auf beiden Seiten nicht die beste war. Vielleicht kannten sich beide Mannschaften zu gut und wussten, wo der Gegenspieler hinwerfen würde? Immerhin sechs von 17 Siebenmetern fanden nicht ihren Weg ins Tor.

 

Positive Stimmung

Dass es überhaupt so viele Versuche gab, lag sicherlich auch an der etwas kleinlichen Linie der Unparteiischen Florian Ulrich und Christian Wittenberg, die sich damit gerade auf der Tribüne nicht immer Freunde machten. Doch die Stimmung blieb positiv, auch wenn die „Gäste“ mit fortschreitender Spielzeit immer weiter davon zogen.

Schon zur Pause war eine Vorentscheidung  gefallen, zumal Emiel Herzig in der 30. Minute seinem Team einen Bärendienst erwies: Nach seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe diskutierte er weiter, woraufhin die Schiedsrichter eine zusätzliche Mannschaftsstrafe gegen Calbe II aussprachen. „Die Rote Karte hätte in so einem Spiel nicht sein müssen“, ordnete auch Stephan Herzig – Emiels Vater und Trainer der Zweiten – später ein.

Das schwächte die TSG-Reserve in der zweiten Hälfte, nachdem man im Vergleich zum Derby gegen Schönebeck II mit Julian Ritscher und Malte Gottschalk bereits auf zwei wichtige Akteure hatte verzichten müssen. So wuchs der Vorsprung nach Wiederanpfiff immer weiter an. Die Frustration darüber war den Spielern der Zweiten zunehmend vom Gesicht abzulesen.

„Mit einer etwas besseren Chancenverwertung hätte es knapper ausgehen können. Dann wären es vielleicht nur zwölf statt 20 Tore Unterschied geworden“, schmunzelte Stephan Herzig. Weiß machte das unter anderem auch am Torhüter der Zweiten, Philipp-Peter Giesemann, fest. „Das war heute ein richtig starkes Spiel von ihm“, lobte er und fügte an: „Es ist schade, dass wir nach der Spielordnung heute gegeneinander antreten mussten. Sie haben ungeschlagen die Meisterschaft geholt, und. mit etwas Losglück hätten sie auch im Pokal noch weiterkommen können.“

 

Großes Vereinsfest

Dass der verdiente Sieger nun im Halbfinale auf Weferlingen trifft, darüber gab es an diesem Abend jedoch keine zwei Meinungen. Wichtiger war ohnehin das Vereinserlebnis an diesem Tag, das mit einem gemeinsamen Foto für die Ewigkeit festgehalten wurde. „Das war schon ein tolles Erlebnis — auch dass die Halle quasi zweigeteilt war, mit den Fans der Zweiten auf der einen Seite und unseren auf der anderen“, strahlte Weiß nach Abpfiff.

 

TSG Calbe Il – TSG Calbe     20:40 (10:22)

Calbe Il: Laube (l), Lehmann (2/1), Lenz (2), Herzig (3/2), Ammerpohl (4), Möbus (2/1 ), Rohrbach, Fritz (1), Rockmann, Giesemann (1 ), Held, Kralik (3), Wichmann (1)

Calbe: Marschall (6), Gieraths (1), Rätzel (1), Mark, Bertram, Steffen (13/6), Borzucki (4), Wuwer (4), Wiebe (3), Meyer (1), Sowa (5), Kralik (2), Dobertin

Siebenmeter. Calbe Il 4/7 – Calbe 1 6/9

Zeitstrafen: Calbe Il 10 – Calbe 1 8

RK (o.B.): Emiel Otto Herzig (30./Calbe Il)

 

Am Sonntagnachmittag ging die Reise dann zum Ligaspiel nach Irxleben.

Weiß war auch nach Abpfiff noch nicht der größte Fan der Anwurfzeit, war aber stolz darauf, wie seine Spieler die Sache angenommen und gelöst hatten. „Fast jeder konnte sich um die Uhrzeit am Sonntag etwas Besseres vorstellen, als nach Irxleben zu fahren, um dort Handball zu spielen. Aber die Jungs haben den Kampfgeist und die Attitüde vom Freitag mitgenommen und dem SVI so zu keiner Zeit eine Chance gelassen“, lobte er nach dem 38:21 (18:8)-Auswärtssieg. „Die Einstellung der Mannschaft hat mir sehr gut gefallen. Alle wussten, worum es geht, das hat man letztlich auch im Ergebnis gesehen. Und dabei hätten es noch mehr Tore sein können“, so Weiß weiter.

Vergebene Großchancen und vereinzelte technische Fehler verhinderten einen noch deutlicheren Sieg, aber das war an diesem Tag Meckern auf hohem Niveau angesichts des deutlichen Leistungsunterschieds auf der Platte.

Mittelblock überzeugt

Dennoch lobte er am Sonntag auch gerade wieder seinen Mittelblock: zunächst Tim Wiebe und Martin Sowa, später dann Felix Kralik und Nils Rätzel.

Weil dann auch das Tempo nach vorne stimmte, waren die TSG-Handbal1er oft mindestens einen Schritt zu schnell für ihre Gegner.

Und so blicken die Calbenser auf ein durchweg gelungenes Wochenende zurück. „78 Tore geworfen, 41 bekommen – das kann sich sehen lassen über zwei Spiele. Die Quote hat gestimmt, der Einsatz und die Einstellung zur Sache. So kann es in meinen Augen weitergehen“, lobte Trainer Weiß seine gesamte Mannschaft.

 

Calbe: Marschall (2), Gieraths, Rätzel (2), Mark (1), Bertram, Ritscher, Steffen (8/4), Borzucki (1.1/1 ), Wuwer (3), Wiebe (4/1, Meyer (5), Sowa (2), Kralik, Dobertin

Siebenmeter. TSG 6/7 – svl 1/4

Zeitstafen: TSG 6 -SVI 8

 

Dieser Artikel wurde am 10.März 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Aktuell, Männer, Spielberichte abgelegt. (aktualisiert: 10.März 2026)


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