23. März 2026

Die Einstellung hat nicht gestimmt

Oberliga, Frauen, TSG Calbe – SV Irxleben 1919 22:29 (9:9)

Calbe/TTR. Hängende Köpfe bei den Spielerinnen, enttäuschte Gesichter beim Trainerteam – bei den Oberliga-Handballerinnen der TSG Calbe herrschte nach der 22:29 (9:9)-Niederlage gegen den SV Irxleben 1919 Katerstimmung. Trotz dass die Saalestädterinnen krankheitsbedingt auf mehrere Stammkräfte verzichten mussten, war es schließlich die Moral, die nach hinten heraus den Ausschlag gab. „Die Einstellung hat nicht gestimmt“, stellte Co-Trainer Lutz Dohmke nach dem Spiel knapp fest.

Für ihn eine Unverständlichkeit, denn die erste Halbzeit lief mit Blick auf die Rahmenbedingungen nahezu perfekt. Irxleben agierte besonders aus dem Rückraum mit viel Druck, doch die Calbenser Abwehr zeigte die Zähne. Beweglich, offensiv und mit dem erforderlichen Kampfgeist eroberte sich das Team die Bälle oder brachte den Gegner in ungünstige Wurfpositionen. Mit viel Courage holte die TSG einen Drei-Tore-Rückstand auf und hielt die Partie ausgeglichen. Da die Fehlerquote auf beiden Seiten eklatant hoch war, blieb es bei einem mageren 9:9.

„Wir gehen mit einem Unentschieden in die Halbzeit, das wir vor allem einer unglaublichen Intensität in der Abwehr verdanken“, unterstrich Trainer Frank Falke die starke Leistung bis zur Pause, „das muss uns doch stolz machen und weiter pushen.“ Doch nichts dergleichen war nach Wiederanpfiff zu spüren. Irxleben sprintete nach der Pause zum 15:10 (37.) und zwang die Gastgeberinnen in eine frühe Auszeit, die zwar noch einmal Impulse brachte, die Wende im Spiel allerdings nicht. „Sie verlieren schon in dieser Phase die Körperspannung, vorn werden die Bälle nach zwei Pässen weggeworfen und kaum eine Spielerin will die Verantwortung für den Ball übernehmen“, ärgerten sich die beiden Trainer, „das ist einfach nur enttäuschend.“ Nur in wenigen Momenten blitzte durch, wozu das Team in der Lage ist, zum Beispiel als Pauline Urban in der Schlussphase gleich mehrfach den Weg durch die Lücke nahm und wichtige Chancen für ihr Team holte oder Lisa-Marie Prokop, die kurzfristig wieder ins Team zurückkehrte, die mit schnörkellosen Schlagwürfen überzeugte. „Wir sind ihr sehr dankbar, dass sie uns heute unterstützt hat“, betonte Falke.

Die einzelnen Lichtblicke nutzten allerdings wenig, denn Calbe schaffte es einfach nicht, wieder in Schlagweite zu gelangen. Fehler im Angriff wurden nicht abgehakt, sondern in die Deckung mitgeschleppt, wo dann wiederum der Zugriff fehlte. Hätte nicht Torhüterin Josephin Hecker mit einer starken Leistung und ganz wichtigen Paraden geglänzt, wäre das Debakel wohl noch höher ausgefallen. Irxleben kämpfte in der Schlussphase zusehends gegen die Kondition, doch der TSG gelang es nicht, daraus Kapital zu schlagen und weiter als drei Tore heran zu kommen (17:20, 50.).

TSG Calbe: Josephin Hecker – Svenja Eitze, Lisa Heinrich (1), Fritzi Herzig, Tabea Linkohr, Lisa-Marie Prokop (5), Daisy Richter (5/4), Lisa Schmidt (1/1), Greta Sroka (4), Pauline Urban (2), Jolina Wolke (4)

Siebenmeter: Calbe 6/5 – Irxleben 5/2

Zeitstrafen: Calbe 2 – Irxleben 1

Dieser Artikel wurde am 23.März 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Frauen, Spielberichte abgelegt.


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