Den Gegner früh gebrochen
HVSA-Pokal: Die TSG Calbe macht in Weferlingen mit einem 43:23-Erfolg souverän den Finaleinzug perfekt. Torwart Routinier Stefan Wiederhold kehrt zwischen den Pfosten zurück.
Von Tobias Zschäpe
WEFERLINGEN/CALBE. Eigentlich war Stefan Wiederhold vor knapp vier Jahren bei der TSG Calbe in die „Handball-Rente“ verabschiedet worden. Ganz abschwören konnte er dem Sport allerdings nicht, was sich bereits in den letzten Wochen angekündigt hatte. „Er hat bei uns mittrainiert, war heiß, war motiviert. Da wollten wir ihn auch belohnen und spielen lassen“, erklärt TSG-Trainer Maximilian Weiß, warum der Torwart Routinier im Halbfinale um den HVSA-Pokal bei Bezirksoberligist MTV Weferlingen nun wieder zum Einsatz kam. Zumindest an diesem Tag konnte damit das Problem zwischen den Pfosten, dass zuletzt „nur“ Leon Dobertin zur Verfügung stand, gelöst werden. „Nur Leon steht dabei in Anführungsstrichen“, betont Weiß, dass seine Nummer 67 seine Sache als alleiniger Keeper sehr gut macht.
Im Duell mit dem zwei Klassen tiefer spielenden MTV war beim Gastgeber bereits früh die Luft raus. Spätestens, als Lennart Fricke sich dann das Knie ohne Fremdeinwirkung verdrehte und man den Gastgebern in der Folge anmerkte, wie tief der Schock saß, zogen die Calbenser auf und davon und gewannen am Ende standesgemäß mit 20 Toren Vorsprung — 23:43 (11:23). „Auf ihn hatte ich ein besonderes Augenmerk, weil ich wusste, dass er viel wirft und es auch mal aus dem Rückraum versucht, wenn es bei Weferlingen im Angriff mal nicht so rund läuft“, hatte sich Weiß im Vorfeld schlau gemacht.
Gegen eine gut aufgelegte TSG Mannschaft hatten die Gastgeber an diesem Tag nichts entgegenzusetzen. „Hinten hatten wir Leon, der immer wieder gute Paraden zeigen konnte, aber natürlich auch Unterstützung von Martin Sowa und Nils Rätzel im Mittelblock hattet musste der Trainer nicht lange nach einer Erklärung für die nur elf Gegentore zur Pause suchen.
Vorne kamen unterdessen Daniel Gieraths, Felix Kralik und Lucas Marschall immer wieder ins Tempo und brachten zudem Christoph Borzucki und Vincent Wuwer ins Spiel. Auf der Anzeigetafel spiegelte sich das zur Pause durch zwölf Tore Vorsprung wider.
So war nach Wiederanpfiff schon etwas Zeit für taktische Experimente. Nils Meyer ging auf die für ihn ungewohnte Position am Kreis, sodass sich Sowa und Rätzel voll auf die Abwehrarbeit konzentrieren konnten. „Wir haben Nils dort im Saisonverlauf schon ab und zu eingesetzt, um einfach noch eine Alternative am Kreis zu finden“, erklärte Weiß die Umstellung.
Marschall überzeugte unterdessen weiter in der Offensive und war mit 13 Treffern torgefährlichster Mann bei den Calbensern.
„Das war natürlich überragend im Angriff“, lobte sein Trainer. Sein Team konnte fleißig durchwechseln, so immer wieder das Tempo anziehen und bekam immer mehr Selbstsicherheit in die Pässe, während bei Weferlingen die Köpfe mit der Zeit immer weiter heruntergingen. „Hinten raus wurde es das Spiel, das wir uns erhofft hatten“, hielt Weiß später fest, der froh war, dass er selbst nicht groß eingreifen musste, obwohl er als Spieler im Protokoll stand. „Das haben die Jungs souverän gelöst.“
Am Ende stand der Finaleinzug für ihn über allem. „Das war das Ziel und jetzt freuen wir uns, nach Thale fahren zu können und dort das Endspiel gegen Gommern zu bestreiten“, blickte Weiß bereits auf den 2. Mai voraus. Im Harz kommt es dann zum dritten Duell mit der Eintracht, welches nach zwei vergeblichen Anläufen in der Oberliga diesmal an die Calbenser gehen soll.

TSG Calbe: Dobertin – Marschall (13), Gieraths (8), Rätzel (1), Wiederhold, Reiske, Borzucki (4), Wuwer (7), Meyer (2), Sowa (4), Kralik (4), Weiß.
Quelle Volksstimme 31.03.2026
Dieser Artikel wurde am 31.März 2026 von Dorle Hädecke veröffentlicht und wurde unter Männer, Spielberichte abgelegt. (aktualisiert: 31.März 2026)









